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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Frankreich, England nnd Spanien im Zeitalter der Kreuzzüge. 383

Arthur wurde. Der Friedensschluß, der dem Könige von FrankreichGewinn an Gebiet und Geld brachte und dem deutschen Könige Otto IV.die Hülfe Englands gegen den deutschen König Philipp als Bundes-genossen des französischen Königs entziehen sollte, stiftete zugleich eineFamilienverbindung zwischen beiden Königshäusern, wodurch Frankreichdie Mutter des besten seiner Könige erhielt. Die verbundenen ReicheCastilien und Leon hatten sich unter Alphons' VII. Söhnen Sancho III.und Ferdinand II. wieder getrennt, und diese Trennung dauerte fortunter ihren Söhnen Alphons VIII., König von Castilien, und Alphons IX.,König von Leon. Alphons VIll., vermählt mit König JohannsSchwester Eleonore, hatte zwei Töchter, Berengaria und Blanca, vonwelchen Blanca, vermählt mit Philipps Sohne Ludwig VIII., die MutterLudwigs IX. wurde, während aus Berengaria's Ehe mit Alphons IX.,die wegen zu naher Verwandtschaft wieder gelöst wurde, Ferdinand III.,der erste König der wiedervereinigten Reiche Castilien und Leon stammte.In der Ehe Blanca's mit Philipps Sohne wurde dem französischenKönigshause das Unglück, das ihre Großmutter Eleonore hereingebracht,vergütet, unter den männlichen Nachkommen derselben Eleonore aberbegannen Englands Glück und Ehre zu erlöschen, und in dem langenStreite zwischen England und Frankreich neigte sich die Entscheidungauf Frankreichs Seite. Auf Philipps Bereitwilligkeit zum Frieden mitJohann hatte ein Streit eingewirkt, in den er sich mit Papst Jnno-cenz III. dadurch verwickelt hatte, daß er sich von seiner zweiten Ge-mahlin Jngeborg, der Tochter des Dänenkönigs Waldemar I., unterdem bloßen Vorgeben einer zu nahen Verwandtschaft geschieden. Alsder Streit im Jahre 1201 durch die Wiederaufnahme Jngeborgs be-endet war, richtete sich sein Augenmerk so sehr wieder auf das Ver-hältniß zu Johann, daß er dem im Jahre 1202 begonnenen Kreuzzuge,durch welchen das zweite französische Reich des Ostens begründet wurde,ganz fremd blieb.

8. Klagen gegen Johann, die von Vasallen aus dessen französischenGebieten bei Philipp als dem Oberlehensherrn vorgebracht wurden,benutzte er zu Beschränkung des englischen Gebietes in Frankreich.Dabei bediente er sich Arthurs, von dem er sich nicht nur für Bretagne,sondern auch für Ansou, Maine, Touraine und Poitou huldigen ließ. Roh-heit und Ausschweifungen machten den König Johann überall so verächt-lich, daß Philipp große Erwartungen von dem Ergebniß des neuen Kampfeshegen konnte. Obgleich viele von dessen französischen Vasallen den ent-fernteren und schwächeren König dem näheren und strengeren, den siein Philipp zu erwarten hatten, vorzogen, brachte der Kampf doch dieNormandie, Ansou, Touraine, Maine nnd Poitou in Philipps Hände.Während desselben aber war Arthur in seines Oheims Gefangenschaft