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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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382 Frankreich, England und Spanien im Zeitalter der Kreuzzügc.

Christenheit war, kam nach Heinrichs Tode in Folge erneuerter Verab-redung zwischen Philipp und Richard im Jahre 1190 zu Stande, als»eben Kaiser Friedrich auf dem seinigen den Tod gefunden hatte. Schonwährend d es Zuges entbrannte in Messina der Streit der Könige wieder,als dem englischen, der mit der Schwester des französischen verlobt war,seine Mutter Eleonore dort eine neue Braut in der Person der Beren-garia, der Tochter Sancho's VI. von Navarra, des Sohnes vonGarcias IV., zuführte. Auf Philipps baldige Rückkehr aus dem heiligenLande hatte der inzwischen zu Ptolemais erfolgte Tod des Grafen vonFlandern Einfluß, der ihm Aussicht auf Befriedigung seiner früher nurtheilweise durchgesetzten Ansprüche eröffnete. Als dieser Zweck erreichtwar, machte Philipp, ungeachtet der im heiligen Lande dem Gegnergegebenen eidlichen Zusage und des auf der Rückkehr zu Rom vomPapste erhaltenen Verbotes, Pläne auf die Normandie, um derentwillener sich mit Richards Bruder Johann in Verbindung setzte. RichardsGefangenschaft in Deutschland und Johanns Treulosigkeit gegen den-selben wurden benutzt. Johann trat Verin und den am rechten Uferder Seine gelegenen Theil der Normandie mit Ausnahme von Rouenan Philipp ab und leistete für die übrigen englischen Besitzungen inFrankreich die Lehenshuldigung. Doch sein Versuch, dem Bruder auchdie englische Krone zu entreißen, mißlang, und ein Anerbieten Philippsund Johanns, das den Kaiser Heinrich zur Verlängerung von RichardsHaft bestimmen sollte, kam zu spät. Im Jahre 1194 landete Richardzu Sandwich, nahm die Herrschaft von England wieder in Besitz, undging, nachdem er dem Bruder auf der Mutter Fürsprache verziehen, nachFrankreich, wo er fast bis zu seinem Tode mit Philipp Krieg führte.Schon fetzt bildete sich ein für Philipp gefährliches Bündniß, indem derGraf von Flandern, der jetzt zugleich Graf des benachbarten Hennegauwar, und der deutsche König Otto IV. auf Richards Seite traten.Doch bald, nachdem der Krieg durch einen zu Vernon geschlossenenWaffenstillstand unterbrochen worden, starb Richard an einer Wunde, dieer erhalten hatte, als er den Grafen von Limoges, um ihn zu Aus-lieferung eines aufgefundenen Schatzes zu zwingen, in einem seinerSchlösser belagerte. Vor dem Tode erklärte er seinen Bruder Johannzum Nachfolger und entschied so für diesen Fall die Frage, ob der Sohndes älteren Bruders oder der jüngere Bruder Ln der Erbfolge vorgehe,zu Uugunsten eines von seinem Bruder Gottfried hinterlassenen SohnesArthur, des Inhabers von Bretagne. Nur die Grafschaften Anjou,Touraine und Maine erklärten sich auf Grund eines in ihnen gültigenHerkommens für Arthur. So nahe es nun für Philipp lag, diesem dennachgesuchten Schutz gegen Johann zu gewähren, opferte er dessen An-sprüche einem vortheilhaften Frieden mit Johann, dessen Vasall nun