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Frankreich, England und Spanien im Zeitalter der Krcuzziige. 381
ihrer Großen eine Steuer, den Saladinszehnten, ausgeschrieben hatten.Ihn überlebten von seinen Söhnen nur zwei, Richard, später Löwenherzgenannt, der ohne Streit sein Nachfolger wurde, und Johann, genanntohne Land, weil er bei Bertheilung der französischen Besitzungen nichtberücksichtigt worden war.
7. War bisher das Verhältm'ß des Königs von Frankreich zu demKönige von England sowohl, als zu den französischen Vasallen, einschwankendes gewesen, so erstieg seine Macht unter Philipp H. eine neueStufe, indem nach beiden Seiten eine Ueberlcgenheit begründet wurde.Ohne groß zu sein, verstand der König die Gunst der Zeitumständemittelst kluger Berechnung zu benutzen. Er war kein König im Sinneder ritterlichen Zeit, der ein kühn gewähltes Ziel in raschem Anlaufeverfolgt hätte. Seine Stärke war die Staatskunst, die an Altes, wassich günstig zeigt, anzuknüpfen, jeden Vortheil durch Auschmiegen dereignen Thätigkeit zu steigern sucht und, ohne an die eigne Handlungs-weise Pen Maßstab sittlicher Güte zu legen, still und sicher baut, umden Erfolg, welcher der drängenden Gewalt so leicht entgeht, allmäligund unvermerkt zu gewinnen. Im Anfänge seiner Negierung bildete sichvon Auvergne aus eine Verbindung zur Ausrottung der Brabantzonen,und Philipp leistete ihr durch seine Truppen Beistand, rettete aber selbsteinen Theil der Brabanyonen dadurch, daß er sie zu einer Fehde gegenden Grafen von Flandern, die er um die einst demselben überlasseneGrafschaft Vermandois erhoben hatte, in Sold nahm. Die standrischeFehde endete mit Besitznahme eines Theiles des streitigen Gebietes durchden König. Ein neuer Krieg brach im Jahre 1187 in Aquitanien aus,da er sich des Grafen von Toulouse gegen Richard annahm. Als auchHeinrich zur Unterstützung seines Sohnes erschien, kam eine Vermittlungdurch päpstliche Legaten bald zu Stande, da der jüngst erst mit seinemSohne versöhnte König von England ein Anschließen desselben an denKönig von Frankreich befürchtete. Der Entschluß zu dem gemeinschaft-lichen Kreuzzuge fand im folgenden Jahre in Gisors in der Normandiestatt, aber Richard, der mit Annahme des Kreuzes den beiden Königenvorangegangen war, ward die Ursache neuer Zögerung durch neue An-griffe auf den Grafen von Toulouse. Der Krieg nahm gleichen Verlaufwie früher, aber Philipp zog diesmal wirklich den Sohn Heinrichs aufseine Seite, begegnete den päpstlichen Legaten, die unter Androhunggeistlicher Strafen die Annahme eines von Heinrich angebotenen Ver-gleiches verlangten, mit der Erklärung, daß des Papstes Gerichtsbarkeitsich auf Lehensangelegenheiten nicht erstrecke, und erzwang von demGegner Erneuerung der aufgekündigten Lehenshuldigung, sowie Ab-tretung alles bisher von den englischen Königen in Auvergne Besessenen.Der Kreuzzug, der seit dem Jahre 1187 die große Angelegenheit der