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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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378 Frankreich, England und Spanien im Zeitalter der Kreuzzügc.

sich Eleonore mit Heinrich Plantagenet. Dieser ward dadurch, indemsie ihm die väterlichen Besitzungen zubrachte und er von seinem Vaterdie Grafschaften Anjou, Touraine und Maine geerbt hatte, vermöge dergemachten Eroberung aber die Normandie besaß, zum Herrn des ganzenWestlichen Frankreichs. Vergebens suchte Ludwig auf den Grund hin,daß Eleonore ohne seine lehensherrliche Einwilligung die neue Ehe ge-schlossen, die Bildung eines so großen Vasallenstaates zu hindern.Heinrich dämpfte rasch und klug Aufstände in seinen neuen Gebietenund wehrte Angriffe Ludwigs ab. Da im Jahre 1154 Stephan starb, ^

zog er zur Eroberung Englands ans, und das Gelingen begründete

dort die Dpnastie Planlagenet. Gegen Ludwig zeigte er, um ihnfriedlich zu entwaffnen, die Ehrerbietigkeit des Vasallen, seinem jungemBruder entzog er das, was ihm der Vater für den Fall, daß der ältereBruder den englischen Thron gewänne, bestimmt hatte, und die Bretagne >ward durch ihn, da sie bisher eigne abhängige Fürsten gehabt, unmittel-bar der Normandie einverleibt, wodurch die Unterdrückung der altenkeltischen Nationalität durch die französisch-normannische begann. EinVersuch Ludwigs, sich durch ein Bündniß mit Kaiser Friedrich I. gegenden mächtigen Vasallen zu stärken, hatte keinen Erfolg. Heinrich aber ^

wußte seinen Gegner, dem er an Beweglichkeit und Klugheit überlegen !

war, im Jahre 1158 durch eine Familienverbindung von Neuem zubeschwichtigen. Ludwig hatte von seiner zweiten Gemahlin Constantia,einer Tochter des kastilischen Königs Alphons VII., der aus Urraca'serster Ehe stammte, eine Tochter Namens Margaretha. Sie ward alsKind mit Heinrichs gleichnamigem Sohne verlobt und dabei die Graf-schaft Verin zur Mitgift bestimmt. Nichtsdestoweniger kam der Kriegzum Ausbruche. Heinrich gab die erste Veranlassung, indem er Rechte,die der Besitz Aquitaniens auf Toulouse gab, verfolgte. Ludwig tratsolcher Vergrößerung des feindlichen Gebietes entgegen, obgleich Heinrichvon Namou Berengar und dem Grafen Theobald, dem Inhaber derdurch Erbtheilung von der Grafschaft Champagne getrennten GrafschaftenBlois und Chartres, unterstützt wurde und selbst mit dem SchottenkönigeMalcolm IV., dem Sohne Davids, im Bunde stand. Der Krieg, inwelchem Ludwig seinen Feinden im Süden und im Norden glücklichwiderstand, wurde im Jahre 1160 wieder durch Familienverbindungenbeendigt. Heinrich trat seine Ansprüche an seine Tochter Johanna ab,die er mit dem Grafen Raimund V. von Toulouse verlobte, und Lud-wigs Tochter Alice aus einer dritten Ehe wurde mit Heinrichs zweitemSohne Richard verlobt. Doch die Versöhnung konnte nicht von Dauersein, da die Verhältnisse der beiden Reiche die Könige zu Feinden machten.

6. Dem französischen Könige gaben die Verwicklungen, in welcheHeinrich in England gerieth, und die Unternehmungen, die ihn dort