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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Frankreich, England und Spanien im Zeitalter der Krcnzziigc. 379

beschäftigten, Gelegenheit, die Feindseligkeiten mit Aussicht auf Erfolgzu erneuern. Heinrich hatte in England die Zügel der Herrschaft mitstarker Hand ergriffen. Viele den vorigen Königen abgedrungene Zu-geständnisse nahm er zurück. Im Verfolgen seines Zieles suchte er auchdie Geistlichkeit der freieren Stellung, die sie gewonnen, zu berauben.Dazu sollte Thomas Decket, des Königs erster Nathgeber und Erzbischofvon Canterburp, das Werkzeug sein, und es kamen unter seiner Mit-wirkung im Jahre 1164 auf einem Reichstage zu Clarendon Bestim-mungen zu Stande, welche die Ernennung der Bischöfe in des KönigsHand legten, Streitigkeiten der Geistlichkeit in bürgerlichen Sachen anden weltlichen Richter wiesen, die Berufungen an den Papst und dieReisen der Geistlichen in das Ausland hinderten. Doch der Erzbischof,der sich von einem früher geführten weltlichen Leben immer entschiedenerabgewandt hatte, ward der Vorkämpfer der Kirche Ln England, wichdurch Aufenthalt in Frankreich der Verfolgung des Königs aus, kehrte,als nach Verhandlungen zwischen dem Könige und Papst Alexander III.die Clarcndon'schen Bestimmungen beseitigt waren, im Jahre 1170zurück, zog sich aber durch sein kirchliches Walten von Neuem desKönigs Zorn zu und ward, wenigstens auf mittelbare Veranlassungdesselben, noch in demselben Jahre in seiner Kirche erschlagen. DasBewußtsein des Unrechts beugte den König, und mit Mühe erhielt erim Jahre 1172 durch neue Verhandlungen Verzeihung des Papstes,versprach einen Kreuzzug zu unternehmen und begab sich später, imJahre 1174, zum Grabe des heilig gesprochenen Erzbischofes, seineSchuld zu büßen. Lange Zeit beschäftigten den König auch Kriegegegen Wallis und Irland. Wallis blieb, obgleich Heinrich seit Been-digung des Krieges im Jahre 1164 die dortigen Fürsten als seineVasallen betrachtete, unbezwungen. Irland dagegen, dessen Eroberunger schon 1156 mit Genehmigung Alexanders Hl. begonnen hatte, wurdebis zum Jahre 1175 so weit gebracht, daß der König dasselbe durch einenStatthalter konnte verwalten lassen, obgleich noch Jahrhunderte hindurchdie Abkömmlinge einheimischer Fürftengeschlechter sich gegen die anfge-drungene Herrschaft sträubten. Während aller dieser Ereignisse gelanges Ludwig, dem Gegner an seinen Söhnen Feinde zu erwecken, die auchvon ihrer Mutter Eleonore im Zorne über des Königs vielfache Ver-letzung des ehelichen Verhältnisses gereizt wurden. Schon ein Krieg,der im Jahre 1167 begonnen hatte und im Jahre 1160 endete, hattezur Folge, daß Heinrich seine französischen Besitzungen, mit Ausschlußder Normandie, an seine Söhne, Anjou, Touraine und Maine an Heinrich,Aquitanien an Richard, Bretagne an Gottfried, abtrat. Hierdurch wardie Saat zu vielfachen Zwistigkeiten gestreut, da das Verhältnis' derSöhne zu dem Vater zwischen Selbstständigkeit und Abhängigkeit