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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Frankreich, England und Spanien im Zeitalter der Krenzzügc. 375

Ritterorden des heiligen Grabes vermacht. Weder in Navarra noch inAragonien wurde diese Anordnung, als Alphons im Jahre 1134 ge-storben war, anerkannt. Die Navarrcsen erhoben in Garcias Hl. einenSeitcnverwandten ihres letzten einheimischen Königs, sollten aber nochim Laufe des Jahrhunderts französische Fürsten erhalten. Die Aragonierwählten des verstorbenen Königs Bruder, Namiro II., der zu diesemZwecke erst den geistlichen Stand verlassen mußte, zum Könige. Dieserlegte im Jahre 1137 die Regierung nieder, und an seine Stelle tratals Verlobter der Tochter Petronella, die der gleich nach seiner Thron-besteigung geschlossenen Ehe entsprossen war, der Graf Namon Beren-gar IV. von Catalonien, der auch als Herrscher der vereinigten Reicheden Namen eines Grafen beibehielt. Er gab den Besitzungen in Frank-reich eine große Ausdehnung, indem cs ihm gelang, viele der Graf-schaften des südlichen Frankreichs Ln ein Lehensverhältniß zu seinemReiche zu bringen. Hieraus entstanden mancherlei Verwicklungen,namentlich durch die Beeinträchtigung lehenshoheitlicher Rechte, welchedie Grafschaft Toulouse unter dem Sohne des in Palästina im Besitzvon Tripolis lebenden Raimund erlitt, und durch die Bedrängniß, inwelche dieselbe zugleich von anderer Seite durch Herzog Wilhelm IX.von Aquitanien versetzt wurde. Doch Ludwig enthielt sich klüglich jedesVersuches, durch Einmischung auch hier seine Lehenshoheit geltend zumachen. Es hatten sich die Verhältnisse hier umgekehrt, indem die Nach-kommen der ehemaligen Markgrafen von Barcelona, statt von Frankreichabhängig zu sein, in dessen Gebiet hinein ihre Herrschaft erstreckten, undes erlosch das Andenken an das alte Verhältnis indem sie nun endlichauch aufhörten, in ihren Negierungshandlungen die Zeit nach den Re-gierungsjahren der französischen Könige zu bestimmen. Dagegen eröffnetesich für Ludwig kurz vor seinem Tode eine Aussicht auf großen Gewinnim Süden, indem der Herzog von Aquitanien vor Beginn einer Wall-fahrt nach Sanct Jago de Compostella seine Tochter Eleonvra als Erbindes größten Theiles seiner Besitzungen mit des Königs Sohne, derschon im Jahre 1131 von Papst Jnnocenz II. in Rheims bei Gelegen-heit eines Concils zum künftigen Könige geweiht worden war, im Jahre1137 zu Bordeaux vermählte. Diese Hcirath indessen hatte ganz andereals die erwarteten Folgen.

4. Eine mächtige Hülfe gewährte der aufstrebenden Königsmachtseit Ludwig VI. außer dem Bemühen der Geistlichkeit, die in der Sachedes Königthums die Sache der Ordnung erkannte, auch der in denStädten sich regende Trieb zur Bildung geschlossener Gemeinwesen. Imsüdlichen Frankreich war die römische Städteverfassung nie ganz erloschen,und ein durch Handel und Gewerbfleiß erzeugter Wohlstand gab dasSelbstgefühl, welches von den alten Formen Gebrauch zu machen lehrte.