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Das römisch-dcutschc Reich im Zeitalter der Krcu;;iigc.
gerathcn fürchten mußte, eilte er im Jahre 1244 von Sutri nach Civita-vecchia, um auf genuesischen Schiffen, die er zu diesem Ende hattekommen lassen, nach Genua zu entfliehen, und sich von da, wo er sichzwar aus welsischem Boden, aber von gibellinischer Macht nahe um-geben fand, über Asti, Turin und Susa nach Lyon zu begeben. DieseStadt, selbstständig und mächtig, wie Mailand, an der Grenze des arc-latischen Reiches gelegen, gewährte dem Papste Freiheit und für denFall kaiserlichen Gewaltversuches Flucht nach Frankreich. Hieher beriefer auf das Jahr 1245 das von Gregor beabsichtigte Concil, das drei-zehnte ökumenische. Nach einem regelmäßigen Verfahren, das die Lageder Sache den Versammelten klar machte, nach Anhörung der durchThaddäus von Sucfsa mit glänzenden Worten und schwachen Gründengeführten Vcrtheidigung erkannte das Concil den Kaiser seiner Kronenverlustig. Meineid, Kirchenraub, Häresie und Bruch des Lehenövcrhält-nisses gegen den römischen Stuhl waren die Verbrechen, deren manihn schuldig fand, obgleich ein großer Theil der Bischöfe eine Zeit langauf der Seite deö Kaisers gestanden hatte. Außer dieser Sache wardie Verbesserung der Sitten des Klerus auch hi§r Gegenstand der Be-rathung, und man beschäftigte sich mit Maßregeln zur ferneren Vcrthei-digung des heiligen Landes und zur Bekehrung der Mongolen, zweiUnternehmungen, für welche von den Herrschern König Ludwig IX. dielebhafteste Theilnahme zeigte. Der Absetzung des Kaisers folgte einlebhafter Kampf in öffentlichen Schriften, die von beiden Seiten erlassenwurden, und die zur Aufhellung der Sachlage in den Augen der Weltso viel beitrugen, daß mehr und mehr des Kaisers Feindschaft nicht so-wohl gegen den Papst als gegen die Kirche an's Licht trat, und dieöffentliche Meinung sich zu seinen Ungniisten umstimmte. Dahin wirkteauch die Grausamkeit, mit welcher er im Bereiche seiner Macht alle,besonders alle die Geistlichen, die ihm der Anhänglichkeit an den Papstverdächtig waren, verfolgte. Ein Versuch, mit Heeresmacht gegen Lyonzu rücken, scheiterte an den Gegenrichtungen Ludwigs IX. und an demUebertritte der Stadt Parma zur welfischen Partei, für deren Kriegs-unternehmungen sie ein Hauptstützpunkt wurde. Im Erbreiche gelang csdem Kaiser zwar, eine gegen ihn gerichtete Bewegung blutig zu dämpfen,doch in Deutschland näherte sich seine Gewalt dem Erlösche». Die langeAbwesenheit hatte allmälig die persönlichen Beziehungen unwirksam ge-macht. Die Bischöfe hatten sich, wie die Natur des Streites deutlicherwnrde, von ihm abgewandt und nahmen um so entschiedener Partei gegenihn, als er, um ein Gegengewicht gegen sie zu bilden, den früher beob-achteten Grundsätzen zuwider, die Städte im Kampfe gegen sie begün-stigte. Eine von einem Theile der Fürsten zu Hochheim bei Würzburgim Jahre 1246 veranstaltete Konigswahl fiel auf den Landgrafen Hein-