Das römisch-deutsche Reich im Zeitalter der Krcuzzuge. ZZg
Lauf genommen. Von Dschingischans Söhnen hatte Oktal die Stelleeines Großchanö erhalten und wohnte in der mit chinesischer Kunst ge-schmückten mongolischen Stadt Karakorum, die Früchte der Siege inRuhe genießend und die Gewinnung neuer Siege seinen Feldherrenüberlassend. Eines seiner Heere warf sich auf das Seldschukenreich vonJkonium, ein zweites drang in das südliche Rußland ein und ein drittes,das des Großchans Neffe Batu führte, zog gegen die nördlichen russi-schen Gebiete. Das Heer Batu'ö war cs, das für das mittlere Europadie Schrecken hunnischer Verheerungen erneute. Polen wurde, obgleiches größer» Widerstand als Rußland leistete, überwältigt und Krakauverbrannt. Dann ging das Heer über die Oder und drang bis Liegnitzvor. Hier hatte einer der schlesischen Fürsten, Heinrich der Fromme,Herzog von Niederschlesien, Heereshaufen aus den Nachbarländern ge-sammelt, und die Schlacht bei Wahlstatt im Jahre 1241 brachte zwardem ohne Vergleich schwächeren christlichen Heere eine Niederlage undseinem heldenmüthigen Führer den Tod, gab aber dem Zuge der Feindedie Richtung nach Mähren, wo ein Feldherr König Wenceslaw's ihnenin Olmütz beharrlichen Widerstand leistete, und nach Ungarn, das mitallen Greueln der Wildheit erfüllt wurde. König Bela IV., der sichauf die Inseln des adriatischen Meeres geflüchtet, rief Papst und Kaiserum Hülfe an, die durch ihren Kampf an der Hülfeleistung gehindertwaren. Erst nach Gregors Tode führte Enzius Truppen nach Deutsch-land, und König Konrad siegte über die furchtbaren Feinde, die man imWesten Tartaren nannte, jenseits der östreichischen Grenze im Jahre1241, worauf Herzog Friedrich von Oestreich im Jahre 1242 einenneuen Angriff abwehrte. Die Nachricht von Oktai's Tode und dasVerlangen, die Beute zu bergen, bewirkte nun den Rückzug, und inUngarn und Polen traten die einheimischen Fürsten wieder in ihre Rechte.In Betreff beider Reiche war die letzte Gelegenheit, eine früher erstrebteund zeitweise behauptete Hoheit des deutschen Reiches geltend zu machen,verloren gegangen. Ungarn, das Papst Alexander III. erst durch Lö-sung einer allzunahen Verbindung der Herrscher Manuel und Bela HI-der katholischen Kirche und dem abendländischen Staatsspstemc erhaltenhatte, war jetzt bereit gewesen, um der Rettung willen in ein Lehens-verhältniß zu treten. Aber, wofür man früher vergeblich gekämpft, daskonnte man jetzt, da es angeboten wurde, nicht annehmen.
20. Der Kampf zwischen Papst und Kaiser ward seiner Entschei-dung näher geführt, als der Kirche eine durch Friedrich gestattete Wahlim Jahre 1243 ein neues Haupt in der Person des genuesischen Gra-fen Fiesko von Lavagna gab, der den Namen Jnnocenz IV. annahm.Es wurden zwischen ihm und dem Kaiser Unterhandlungen geführt, daaber der Papst während derselben in die Gewalt des Kaisers zu