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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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DaS römisch-deutsche Reich im Zeitalter der Krcuzziigc. 349

Zweck er klüglich die Besprechung über den bevorstehenden Kreuzzugangab. Doch die lombardischen Städte ergriffen vorsichtiger Weise krie-gerische Maßregeln, erneuerten, um Einzelnen aus ihrer Mitte beson-deres Abkommen mit dem Kaiser abzuschneideu, den lombardischen Bundauf 25 Jahre, und hinderten durch Sperrung des Etschthales dieDeutschen, die unter König Heinrich bis nach Trient gekommen waren,am Einrücken in Italien. So zwangen sie den Kaiser zur Rückkehrnach dem Süden. Vorher verhängte derselbe jedoch die Acht über sie,und von Apulien aus ging er den Papst mit der Bitte um Vermittlungan. Auf Honoriuö' Bemühen hob er im Jahre 1227 die Acht wiederauf, während die Lombarden verpflichtet wurden, eine Anzahl Reiterzur Kreuzfahrt zu stellen und die Häresie in ihrer Mitte nachdrücklichzu verfolgen. Unzufrieden mit einer Beilegung des Streites, die nurseinen Gegnern nützte, ließ er nun endlich in den Häfen Apuliens An-stalten zur Kreuzfahrt treffen. Im Warten auf deren Vollendung wurdendie aus Deutschland, Italien und England in großer Zahl versammeltenPilger in dem heißen Klima von einer Seuche heimgesucht, und eingroßer Theil von ihnen, worunter Landgraf Ludwig von Thüringen,des Landgrafen Hermann Sohn, hinweggerafft. Als nun endlich Friedrichin die See gestochen war und viele Pilger, die bei der Unzulänglichkeitder Vorkehrungen hatten Zurückbleiben müssen, auf neue Schiffe warte-ten, stieg Plötzlich der erstere in Otranto an das Land, um, da er kranksei, in den Bädern von Pozzuoli sich zu erholen, und die letzteren zer-streuten sich wieder, während die Abgesegelten, da der Kaiser ihnen nichtnachkam, aus dem heiligen Lande bald wiederkehrten. Abermals warenviele Opfer, die Europa gebracht, verloren. Man fühlte, daß derKaiser, der nur durch Unterhandlungen mit Kamel das Erbe seinerFrau zu erhalten gehofft, die Sache anders als das ganze Abendlandauffasse. Inzwischen war Honoriuö III. gestorben und auf ihn Gregor IX.,ein Neffe Jnnocenz' III., gefolgt, der nicht umsonst durch seinen Namenan den ersten großen Vertheidiger der Kirche gegen die weltliche Gewalterinnerte. Sein Kampf gegen Friedrich, der dritte in der Reihe dervon dem Papstthum gegen das Kaiserthum geführten Kämpfe, begannmit dem Aussprechen des Bannes über den Kaiser, der bei dem letztenAufschub bereits für den Fall des Versäumens des Zeitpunktes dem Banneverfallen sein zu wollen erklärt hatte. Der Kaiser vertheidigte sich gegendas päpstliche Verfahren, indem er es als einen Ausfluß persönlicherFeindschaft darzustellen suchte und die schwersten Anklagen gegen denpäpstlichen Stuhl überhaupt in der heftigsten Art erhob. Zugleich knüpfteer eine Verbindung mit der Familie der Frangipani an, mittelst derener im Jahre 1228 durch einen Aufstand Gregor aus Rom zu fliehenzwang. Darauf unternahm er, obgleich seine Gemahlin Jolantha eben