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Das römisch-deutsche Reich im Zeitalter der Kreuzzüge.
mit der Kirche ließen sich schon erkennen. Im nördlichen Italien warenendlose Fehden zwischen Welfen und Gibellinen. Gehörte die Mehrzahlder Städte zur welfischen Partei, so standen einzelne Adelige, die durch dasAufblühen der Städte große Aussichten verloren hatten, auf der Seiteder Gibellinen. Unter diesem gibellinischen Adel thaten sich Einzelne,wie es im Kampfe gegen eine ringsum sich neu bildende Ordnunggeschieht, durch eine fortgesetzte Uebung von Gewalt und List hervor,und dadurch gewöhnten sie sich so sehr, die einzige Grundlage ihres Be-stehens in der Kunst des Krieges und des Ueberlistens zu sehen, und dieVerwirklichung der Forderungen ihrer eigenen von der Welt losge-rissenen Persönlichkeit zur Aufgabe ihres Lebens zu erheben, daß dieSache der Gibellinen die Sache der Zügellosigkeit und Willkühr wurde.Unter solchen Umständen konnte ein verwegenes Ueberspringen sittlicherSchranken nicht ausbleiben, und wie die Verletzung der Sitte zur Er-schütterung des Glaubens, zur Verläugnung des kirchlichen Ansehensführt, nährte sich der Geist der gibellinischen Parteigänger mit all denschlechten Stoffen, die in den damals herrschenden Häresieen und einerunter dem Einflüsse hochgestiegenen Neichthums erwachsenen Genußsuchtenthalten waren. Aus diese Weise ergaben sich in der von scharfenGegensätzen zerrissenen Zeit die schärfsten Gegensätze gegen das Lebender neuen Mönchsorden, welche auch in dem Kampfe Friedrichs gegendie Kirche mit ihrem die Massen des Volkes durchdringenden Einflüssestarke Bundesgenossen der Päpste wurden. Dem Geiste jenes gibellini-schen Lebens war Kaiser Friedrich, obgleich Negententhätigkeit von ihmin den Kreisen seiner Herrschaft Eindämmung der Willkühr und Züge-lung der Ungebundenheit erheischte, insofern verwandt, als er selbst dieim Mischen Reiche ausgebildete Uebung, seinen Herrscherwillen durch-zusetzen, auf andere Kreise übertrug, in seiner Stellung gegen den Papstbegierig jede gegen die Kirche brauchbare Waffe ergriff, bei großer Em-pfänglichkeit für geistige Thätigkeit auch für das rücksichtslose Verfahrender Philosophie gegen die Kirche Theilnahme hegte und bei Neigung zuGenuß und Pracht und bei Mangel an Selbstbeherrschung selbst sara-cenischen Einflüssen nicht entgangen war. Die gibellinische Partei indiesem Sinne hatte ihre Vorkämpfer im nördlichen Italien an der inder ehemaligen Markgrafschaft Verona ansässigen Familie der Ezzeline,deren Glieder mit Wuth und Tyrannei, so weit sie reichen konnten,schalteten und aus Verfechtern der kaiserlichen Vortheile die Henker undWürger überwundener Städte wurden. Noch aber hatte die kaiserlicheSache sich nicht der mindesten Aussicht auf den Sieg zu erfreuen, undda Friedrich mit der vereinigten Macht Deutschlands und Siciliens das,was seinem Großvater mißlungen war, bewirken zu können glaubte,schrieb er im Jahre 1226 einen Reichstag nach Cremona aus, als dessen
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