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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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342 Das römisch-deutsche Reich im Zeitalter der Krcuzzügc.

Herzogswürde von Niederlothringen seit Heinrichs V. Zeit durch dieHerren dieses Gebietes bekleidet wurde. So gewann der Böhme Ottokar I.durch die Krönung, die er von Philipp gleich nach dessen Krönung als seinBundesgenosse empfing, nicht wie cs bei seinen Vorfahren geschehen war,für seine Person, sondern zugleich für seine Nachkommen die Königswürde.Während eine kaiserliche Macht gar nicht bestand, saß auf dem päpst-lichen Stuhle in Jnnocenz Hk. der Mann, der dem Gedanken von derHoheit des Papstthums die weiteste Ausdehnung gab. Groß wie Gre-gor VII. an unerschütterlicher Gerechtigkeit und an Freiheit von irdischenRücksichten, größer als er an durchdringendem Scharfblick und besonnenerBeherrschung der Verhältnisse, stand er einer Welt gegenüber, die des Päpst-lichen Stuhles als eines Nichterstuhles für Angelegenheiten des Völker-rechtes bedurfte. Alle großen damals schwebenden Fragen berührten sonahe den Bestand der Kirche und verlangten so deutlich eine Lösungdurch Anwendung der in der Kirche lebenden Grundsätze, daß keine Zeitgeeigneter war, einen Papst von Jnnocenz' Tugend und Geistesgrößezum Schiedsrichter in dem christlichen Staatenkörper zu machen. DerKampf des Christenthums mit dem Islam in Spanien und in Syrienwar eine Angelegenheit, die für weltliche Kräfte eine geistliche Leitungerheischte. Die Verhältnisse des Westens zu dem oströmischcn Kaiser-thume berührten die Frage der lange gestörten Einheit zwischen derlateinischen und der griechischen Welt. Die Erneuerung des Kirchen-staates war ein Bedürfniß für das äußere Bestehen des päpstlichenStuhles, von welchem die ungestörte Führung der kirchlichen Negierungabhing. Häretische Bewegungen im südlichen Frankreich bedrohten, indemsie die Kirche mit Mitteln der Gewalt anfeindeten, auch die bürgerlicheOrdnung. In England verflocht sich unter Richards Nachfolger Johannein Kampf königlicher Willkühr gegen die Vasallen mit rohen Angriffenauf die Kirche, und Beides forderte um so mehr päpstliches Einschreiten,als der König durch Gemüthöart und Handlungsweise ganz aus demBereiche christlichen Lebens heraustrat. Dadurch aber wurde zugleichder Gegensatz zwischen England und Frankreich zu einer kirchlichen An-gelegenheit. Der Kampf zweier Bewerber um die Kaiserkrone erschüt-terte durch Vernichtung des Kaiserthums den Bestand des christlichenStaatswesens und erfüllte das Hauptreich der Christenheit mit leiblichemund geistigem Elend. Sofort nach Empfang der Weihe that JnnocenzSchritte zur Herstellung des Kirchenstaates, in welchem die weltlicheGewalt des Papstes fast erloschen war. Von dem Präfecten zu Nom,der den Kaiser bisher vertreten hatte, ließ er sich den Eid der Treueschwören. Darauf sicherte er sich die Herrschaft über die umliegendenGebiete, das Land am tyrrhenischen Meere von Nadicofani bis Ceperano,welches das alte Herzogthum Nom und das südliche Tuöcien umfaßte,