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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das römisch-deutsche Reich im Zeitalter der Kreuzziigc. 341

seiner Mutter die Krone des sicilischen Reiches, und die Unzufriedenheiteinheimischer Großen zu beschwichtigen, mußten die deutschen Befehls-haber das Land verlassen. Neue Festigkeit gab dem Throne die vonPapst Jnnocenz III. (11981216), dem Nachfolger Cölestins, erhalteneoberlchensherrliche Bestätigung, gegen welche die sogenannte sicilischeMonarchie, ein den Normannenkönigen eingeräumtes Vorrecht bei Be-setzung kirchlicher Aemter, aufgegeben ward, sowie die Fürsorge, welcheder Papst, von Constantia durch Vermächtniß zum Vormund des Königseingesetzt, dem Wohl seines Mündels widmete. In Deutschland dagegenweigerte man sich, das Kind als König anzuerkennen, und die Anhängerdes Geschlechtes, namentlich die durch Friedrich I. emporgestiegenenFürsten, wählten zu Arnstadt Philipp, der nach seines Bruders KonradTode zu seinem Tuscien auch das Herzogthum Schwaben erhalten und beiHeinrichs letzter Abreise nach dem Süden das Amt eines Reichsver-wesers übernommen hatte. So sehr sich Philipp auch bemühte, durchGebrauch der von seinem Bruder in Trifels aufgehäuften Schätze seinePartei zu verstärken, ergab sich doch das Schauspiel einer zwiespältigenKönigswahl um so eher, als die Zahl der Wählenden durch die unterFriedrich vorgegangenen Veränderungen eine größere geworden war.Herzog Berthold V. von Zähringen, den eine Zahl in Köln zusammen-getretener Fürsten zur Uebernahme der Krone aufgefordert, ließ sich vonPhilipp zum Rücktritte bewegen, und Herzog Bernhard von Sachsenschlug die Anerbietungen aus. Nun wählte die Kölner VersammlungHeinrichs des Löwen jüngeren Sohn Otto, da der ältere, der PfalzgrafHeinrich, noch im heiligen Lande war. Der Zwiespalt veranlaßte dieEinmischung fremder Könige in die deutschen Angelegenheiten und dieseEinmischung kündigt eine große Veränderung im Innern des christlichenStaatenvereines an, da sie zu den Ansprüchen, welche die Kaiser bisherauf eine Lehenshoheit über die andern christlichen Fürsten gemacht, einenscharfen Gegensatz bildet. Für Otto trat Richard Löwenherz, seinOheim, durch Geldunterstützung auf, und der Zwiespalt, welcher zwischenden Königen von England und Frankreich bestand, wies so dem KönigePhilipp den Weg zu einem förmlichen Gegenbündnisse mit dem franzö-sischen Könige Philipp August. Otto ward in Aachen durch den Erz-bischof von Köln und Philipp in Mainz durch den Erzbischof vonTarantasia gekrönt. Es begann nun in Deutschland ein Bürgerkrieg,welcher einzelnen Fürsten Erhöhung ihrer Macht als Preis ihres An-schließens an den einen und den andern König brachte. So erhobsich im Westen als Anhänger Otto's der Herzog von Brabant, andessen aus einer Erweiterung der Grafschaft Löwen hervorgegangenesGebiet sich bei der auch im Herzogthum NLederlothringen einge-tretenen Auflösung der herzogliche Titel geknüpft hatte, weil die