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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das römisch-deutsche Reich im Zeitalter der Krcuzziigc. 339

Löwenherz war auf der Heimkehr aus Palästina in das adriatischeMeer verschlagen worden, hatte, nachdem er zu Pola gelandet, durchDeutschland seine Heimreise fortznsetzen gesucht, war aber bei Wienentdeckt und dem von ihm in Asten so tödtlich beleidigten Herzog Leopoldausgeliefert worden. Aus dessen Gefangenschaft war er in die desKaisers übergeben worden und dieser hielt ihn auf der zum unmittel-baren Reichsgebiet gehörigen Burg Trifels im Speiergau so lang ge-fangen, bis eine ungeheure Summe Lösegeldes für ihn herbeigeschafftwar, von welcher der Herzog Leopold einen verhältnismäßig kleinenTheil erhielt. Die Eroberung des normannischen Reiches kam diesmalzur Ausführung und Heinrich erhielt in Palermo die Krönung. DieNachricht von einer Verschwörung, die gegen ihn ausgebrochen sei, gabihm Anlaß, in Verfolgung der ihm feindlichen Partei eine Grausamkeitzu entfalten, von der er schon zu Lebzeiten des Vaters bei dessen letztemStreit mit dem Papste Proben gegeben hatte, und die mit seiner Neigungfür die Dichtkunst in seltsamem Widerspruche stand. Die GräberTankreds und seines Vaters wurden geöffnet und den Leichen die Kronenvon den Häuptern gerissen, gegen die Lebenden aber mit Hängen, Ver-brennen und Blenden gewüthet. Wilhelm III. ging in diesen Greuelnunter, und Sibylla ward mit ihren Töchtern in das Kloster Hohenburgim Elsaß gebracht. Von den Angehörigen der königlichen Familie hattenur des verstorbenen Roger Verlobte, Irene, die Tochter des KaisersIsaak Angelus, ein besseres Loos, indem sie mit des Kaisers Bruder,Barbarossa's fünftem Sohne Philipp, verlobt wurde. Kaiser Heinrichaber kehrte nicht allein reich an Beute, sondern auch mit dem Flucheallgemeinen Abscheus beladen, aus dem Süden zurück, und Papst Cöle-stin III. sprach den Bann über ihn aus wegen der an Richard verübtenErpressung und der in Sicilien begangenen Schandthaten. Der Ge-bannte hob alle Verbindung mit Nom auf und verfolgte seines VatersPlan, aus Theilen des Kirchenstaates deutsche Leheustaaten zu bilden.Spoleto, Ancona und die Romania hatten dieses Schicksal. Tusciennebst den außerhalb desselben gelegenen Mathildischen Gütern erhieltPhilipp. In Pavia verweigerte er den Genuesen ausdrücklich die Er-füllung der auf Einräumung von Besitzungen lautenden Versprechungen,durch die er sie gleich den Pisanern zur Hülfeleistuug gegen das Nor-mannenreich bewogen hatte. Dem lombardischen Bunde gegenüber bildeteer eine Gegenmacht durch eine Vereinigung zwischen Lodi, Como, Ber-gamo, Pavia, dem durch Crema vergrößerten Cremona und dem Mark-grafen von Montferrat, und die Folge davon war, daß elf Städte denlombardischen Bund auf dreißig Jahre erneuerten. Nach der Heimkehrverfolgte Heinrich große Entwürfe zur Erhebung der Macht seinesHauses. Er gedachte das Reich aus einem Wahlreiche in ein Erbreich

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