ZZg Das römisch-deutsche Reich im Zeitalter der Kreuzzügc.
Unwesens. Erschwert wurde Heinrichs Lage noch durch die Abwesenheitso vieler Kriegsmannschaft, die ihm sonst zur Verfügung gestanden hätte,und durch die Nothwendigkcit, die Angelegenheiten des normannischenReichs, wo König Wilhelm II. schon im Jahre 1189 gestorben war, imAuge zu behalten. Der Krieg mit den Welfen mußte um Sicilienswillen im Jahre 1190 durch einen Frieden beendigt werden, und derKönig erreichte noch im nämlichen Jahre Italien, nachdem er auf dem ^Wege dahin den Tod des Vaters erfahren hatte. Das normannischeReich war während der Minderjährigkeit Wilhelms durch Ränke desHofes, Parteiungen und Unruhen dem oströmischen immer ähnlichergeworden. In des Königs späteren Jahren war mehr Ruhe einge-treten, und man hatte zum dritten Male das oströmische Reich mit Vcr- !uichtung bedroht, das indessen im Jahre 1185 durch einen Sieg überdie von Thessalonice gegen Constantinopel vordringenden Feinde sichzum letzten Male des Westens erwehrte. Der Tod Wilhelms gab demGetriebe der Parteien wieder einen weiten Spielraum. Nicht allein,daß auf der Insel ein Kampf der Saracenen gegen die Christen aus-brach, ein Theil der Großen machte der Constantia das Recht der Erb-folge streitig und erhob, uin der fremden Herrschaft zu entgehen, zum !Könige einen unehelichen Sohn des dritten Roger oder zweiten KönigsRoger, den Tankred von Lecce, der in Palermo durch den Erzbischof gekröntwurde und die päpstliche Belehnung erhielt. Heinrich VI., den in NomCölestin III. zum Kaiser gekrönt, begann gegen Tankred die Eroberung des !Reiches, scheiterte aber an dem Widerstande Neapels, da von den zuseiner Unterstützung ausgelaufenen Flotten der Pisaner und der Genuesen,die erstere durch eine sicilische zurückgetrieben wurde und die letztere zu !spät kam. Krankheiten nöthigten vollends, wie so häufig, das deutscheHeer zum Rückzuge. In Deutschland ward darauf der Zwist mitHeinrich dem Löwen, der sich während des italischen Feldzuges wiedernicht ruhig gehalten hatte, endlich beigelegt. Dazu trug die Ehe bei,welche dessen Sohn Heinrich mit Agnes, der Tochter von Barbarossa'sBruder, dem rheinischen Pfalzgrafen Konrad geschlossen hatte, und inFolge deren ihm die Anwartschaft auf des Schwiegervaters Besitz zuge-sprochen wurde, nachdem das schwäbische Herzogthum in Folge des vorPtolemais erfolgten Todes des Herzogs Friedrich an Barbarossa's vier-ten Sohn Konrad übergegangen war. Ein Jahr nach der Versöhnung, z
rm Jahr 1195, starb Heinrich der Löwe in christlich frommer Ergebung ,
zu Natzeburg. Noch im Jahre 1194 begann ein abermaliger Versuchauf das normannische Reich, wo Tankred und noch vor ihm sein SohnRoger gestorben waren, und für seinen zweiten noch unmündigen SohnWilhelm III. die Mutter Sibplla die Vormundschaft führte. Die Geld- .
mittel zu dem Zuge verschaffte dem Kaiser eine Ungerechtigkeit. Richard ^