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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das römisch-deutsche Reich im Zeitalter der Krcuzziigc. 335

vom Nicdcrrhcin, erhalten, die seinem südöstlichsten Theile den deutschenNamen Siebenbürgen gaben. Daß die Auswanderungen, die durchZersplitterung des Herzogthums Sachsens entstanden, sich ebenfalls bisdahin erstreckten, verräth der Name Sachsen, der den siebcnbürgischenDeutschen geblieben ist. Jene Colonisation hatte aber in ihrem Gefolgedie Entwickelung eines deutschen Städtewesens, welches, abgesehen davon,daß es die oberrichterliche und gesetzgeberische Gewalt des Kaisers nichtverlängnete, dem lombardischen glich. Durch den weitreichenden Einflußlombardischen Handels schon lange in eigentlich deutschen Städten ge-weckt, hatte es im Norden zuerst die Bande, womit es vom Lehens-wesen umfangen gehalten war, gelockert und fand in den neudeutschenStädten eine raschere Entwicklung, die auch auf die Mntterstädte zurück-wirkte und mit einem mächtigen Aufschwünge des deutschen Handelsin den bezwungenen slavischen Ländern und auf dem von slavischer See-räuberei gereinigten baltischen Meere in Wechselbeziehung stand. Fürdas mächtige Haus der Welfen aber waren ebenfalls große Aussichten,die in nicht großer Ferne den Kaiserthron und eine auf ausgedehntemLänderbesitze ruhende Kaisermacht zeigten, nun zerronnen. Heinrich warfsich im Jahre 1181 zu Erfurt dem siegreichen Kaiser zu Füßen, wie erdiesen in Chiavenna vor sich gesehen hatte, erhielt aber keine Milderungdes gefällten Spruches und ging auf den Nath seines Herrn in einedreijährige Verbannung, die er bei König Heinrich H. von England, demVater seiner Gemahlin Mathilde, verlebte. Den Ausgangspunkt fürdie fernere Geschichte des Geschlechtes bildeten die niedersächsischen Alode,die Gebiete von Braunschweig und Lüneburg. Der Name des Ge-schlechtes aber wurde für lange Zeit, namentlich in Italien, zur Bezeich-nung der den kaiserlichen Bestrebungen entgegentretenden Partei unddauerte in dieser Bedeutung gleich dein für die Gegner üblichen ausdem Worte Waiblinger gebildeten Namen Gibellinen auch da noch fort,als es sich um die von den Hohenstaufen verfochtenen Ansprüche nichtmehr handeln konnte.

8. Da nun das Ende des mit den Lombarden geschloffenen Waffen-stillstandes nahte, ward das Bedürfniß eines förmlichen Friedens um sodringender, als Christian von Mainz bei Behauptung kaiserlicher Rechteauf Widerstand stieß und unter den Städten nach Beendigung dergemeinsamen Gefahr Parteiung cinriß. Nach einer Vorberathung, welchedes Kaisers Abgeordnete zu Piacenza mit den Lombarden gepflogen,kam im Jahre 1183 der Friede zu Constanz zu Stande, dem zufolgedie Städte alle nachweislich geübten Regalien behielten, die zweifel-haften untersuchen ließen oder eine Geldsumme dafür bezahlten, derKaiser für Gegenstände rechtlicher Berufung Stellvertreter ernannte, dieübrigen Beamten von den Städten selbst ernennen ließ, von denselben