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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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334 DaS römisch-deutsche Reich im Zeitalter der Krcuzzüge.

nicht die Rede. Jeder Anspruch auf Herrschaft an der Küste schien fürihn erloschen, als der Kaiser den Herzog Boguslaw von Pomnierubelehnte, und es blieb nur der Besitz von Rügen, dessen Zins nun nichtmehr mit dem Sachsenherzog zu theilen war. Aehnliches, wie mitSachsen, ging mit Baiern vor. DaS Herzogthum ward auf einemReichstage zu Negensburg an den bisherigen Pfalzgrafen von Baiern,Otto von Wittelsbach, der sich in den italischen Kriegen ausgezeichnethatte, verliehen. Doch hatte es nicht allein von seinem LändcrbeftandeVieles eingebüßt, sondern cs wurden auch jetzt noch Gebiete von derherzoglichen Gewalt befreit. Außerdem, daß Ocstreich ausdrücklich davonabgesondert worden war, hatte sich allmälig die am mittleren Inn undder oberen Etsch gelegene Grafschaft Tirol davon getrennt. Jetzt aber er-hielten die Bischöfe des Landes, die von Salzburg, Regensburg, Passau undFreisingen, ein reichsunmittelbareö Gebiet, Negensburg ward eine freieReichsstadt und die im südwestlichen Baiern gegen den Lech hin ansäs-sigen Grafen von Andechs, deren Gebiet das tirolische Land mit umfaßte,wurden Herzoge von Meran. Die Annahme des herzoglichen Titels,die in vielen Gebieten eine Folge der längst vorbereiteten und jetzt fest-gestellten Reichsumnittelbarkeit war, erfolgte auch von Seiten zweierebenfalls abgelösten Theile des Herzogthums Kärnthen, der Markgraf-schaften Steiermark und Kram, von denen die erstere um diese Zeit mitOestreich verbunden wurde. Indem Kaiser Friedrich selbst zu der Zer-splitterung der Herzogthümer mitwirkt, erscheint er, den sein Strebenfür Erhaltung und Stärkung des kaiserlichen Ansehns neben Otto I.und Heinrich III. stellt, ebenso der Macht der Verhältnisse dienstbar,wie in dem Ausgange des langen Kampfes mit den Lombarden. Fin-den Norden knüpften sich zwei große Ergebnisse an die erfolgte Um-wälzung. Die Bildung neuer Verhältnisse, die nicht ohne gewaltsameZuckungen vor sich gehen konnte, trieb eine Menge von Auswanderernin die slavischen Länder und vollendete so durch nationale Umwand-lung die Wiedererobernng der Länder, aus welchen die Deutschenim fünften Jahrhundert vor dem Andrange der Slaven gewichen waren.Jetzt entschied sich durch stillen und allmäligen Sieg der seit Jahrhun-derten gegen die Völker jenseits der Elbe geführte Kampf, nnd von allenLändern diesseits der Oder behielt nur die Lausitz eine bald inselartigabgeschnittene slavische oder wendische Bevölkerung. Auch das LandSchlesien, zu beiden Seiten der oberen Oder, das sich unter einer An-zahl besonderer Fürsten von Polen fast ganz abgesondert hatte, konntedem Strome deutscher Colonisation nicht widerstehen. Ja dieselbe erstrecktesich bis in die fernsten Gegenden Ungarns. Dieses Land hatte schonum die Mitte des Jahrhunderts auf Geisa's Veranstaltung, vielleichtunter mitwirkendem Einflüsse des Kreuzzugcö, deutsche Ansiedler, namentlich