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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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332 Das römisch-deutsche Reich im Zeitalter der Kreuzzuge.

das Heer Christians an sich zu ziehen. Da stießen Kundschafter desbei Legnano gelagerten feindlichen Heeres auf eine deutsche Abtheilungund verwickelten die ganzen Heere Ln einen Kampf, der mit allgemeinerFlucht der Deutschen und Erbeutung ihres Lagers endete. DieserSchlag brach Friedrichs Beharrlichkeit, und überzeugt von der Unmög-lichkeit, seine Forderungen durchzusetzen, wandte er sich von Pavia ausmit Friedensanerbietungen an Papst Alexander. Dieser begehrte Aus-dehnung des Friedens auf die Lombarden und Normannen und kam,nachdem Friedrich ihm freies Geleit gegeben, mit den kaiserlichen, nor-mannischen und lombardischen Abgeordneten in Ferrara zusammen. Eswurden die Bedingungen des Friedens zwischen Papst und Kaiser fest-gesetzt , wonach der Kaiser des Papstes Rechtmäßigkeit anerkennen unddie Mathildischen Güter noch 15 Fahre in Nießbrauch behalten sollte.Den Frieden aber wollte Alexander, damit der Kaiser seine Gegnernicht trennen könne, erst in Verbindung mit den Lombarden und Nor-mannen, von denen inzwischen die erstem sechsjährigen, die letztem fünf-zehnjährigen Waffenstillstand erhielten, abschließen. Nun ließ der Papstden Kaiser durch seine Legaten vom Banne lösen, und Venedig wurdezum Sitze der Friedensversammlung bestimmt, nachdem für dasselbe derDoge und zehn Edle geschworen hatten, daß jeder der zum Friedens-werke Versammelten volle Sicherheit genießen und der Kaiser nur nachGenehmigung des Papstes in die Stadt eingelassen werden solle. Andem Eingänge der Kirche des heiligen Marcus empfing der Papst denKaiser, und in der Kirche wurde der Friede zwischen Beiden nebst jenemdoppelten Waffenstillstände beschworen, wobei der König beider Siciliendurch den Erzbischof von Salerno, die lombardischen Städte durch ihreConsuln vertreten waren. Die Verhältnisse der Kirche in Deutschlandwurden zugleich geordnet, und für die Lombarden festgesetzt, daß währenddes Waffenstillstandes von ihnen kein Eid der Treue werde gefordertund wegen des Geschehenen über sie kein Gericht gehalten werden. DerPapst war nun auch in Rom neu befestigt, da der Kaiser das Amt einesSchirmherrn der Kirche wieder übernahm. Die Römer gaben ihm dieRegalien zurück, und Versuche zur Fortsetzung des Schisma's wurdenniedergeschlagen. Der Herstellung des Friedens in der Kirche folgtedas elfte ökumenische oder dritte lateranische Concil im Jahre 1179,das die zur Zeit des Schisma's unrechtmäßig geschehenen Weihungenaufhob und zur Verhütung fernerer Spaltungen bei der Papstwahl dieVereinigung von zwei Dritteln der Stimmen zur Bedingung der Gültig-keit machte.

7. Nachdem die Kirche ihren zweiten großen Kampf gegen dasKaiserthum bestanden und an ihrem Rechte die Kraft des mächtigstenFürsten sich gebrochen hatte, entspann sich in Deutschland der Kampf