Das römisch-dcutschc Ncich im Zcitaltcr der Krcuzzügc. 33 t
Die von Welf erhaltenen italischen Besitzungen aber vergab er mitAusnahme Tusciens, das er im Namen des Reiches zu behauptengedachte, als Lehen an deutsche Herren, die Mark Ancona, das Fürsten-thum Ravenna und das Herzogthum Spolcto. Nachdem diese Ange-legenheiten geordnet waren, kam der neue Zug nach Italien, der imJahre 1172 zu Worms festgesetzt wurde, im Jahre 1174 zur Aus-führung und er entschied den hartnäckigen Kampf in diesen: Lande.Hier war neben den übrigen Feinden der oströmische Kaiser Manuelvon Neuem ausgetreten, hatte Ancona abermals besetzt und dem Papstegegen Erthcilung der westlichen Kaiserkrone Beilegung des Schisma'sangeboren. Alexander wies in weiser Mäßigung die erhaltenen Anträgezurück, und Venedig, mit Manuel zerfallen, näherte sich den Deutschenund unterstützte die Belagerung Ancona's, die der dem Kaiser voranö-gesandte Erzbischof Christian unternahm. Nichtsdestoweniger hatten diedeutschen Waffen keine bedeutenden Erfolge. Die Belagerung Ancona'smußte, als die äußerste Noth die Stadt der Uebergabe nahe gebrachthatte, beim Herannahen lombardischer Hülfe aufgegeben werden. Friedrichhatte, da das Etschthal gesperrt war, über den Paß des Cenis, aufdem er auch am schnellsten ein befreundetes Gebiet erreichte, nach Italieneindringen müssen und konnte die Stadt Alessandria trotz angestrengterBelagerung im Jahre 1175 nicht gewinnen. Während im mittlerenItalien Christian die Oberhand behauptete und ein normannisches Heerzurückdrängte, gerieth der Kaiser in mißliche Lage dadurch, daß Heinrichder Löwe sich von dem Heere trennte, um nach Deutschland zurückzu-kehren. Sein Verhältniß zu dein Kaiser war durch das Einverständnisin welchem Reinald mit den empörten sächsischen Herren gestanden hatte,sowie durch die ihm unwillkommene Abtretung von Welfs Gütern gestörtworden. Auch hatte der Kaiser, während Heinrich im Jahre 1171 inPalästina war, einzelne Besitzungen desselben als eröffnete NeichSleheneingezogen. Mehr aber mag das ganze Verhältniß beider Männer denBruch veranlaßt haben, da dem Vasallen seine Größe und sein Stolzdie Unterordnung unter den Lehensherrn unmöglich machten. Mit demVorgeben, daß er zu alt sei, den Umgang mit dem gebannten Kaiserscheue, auch einheimischen Feinden begegnen müsse, zog er dem Splügen-passe zu, und es war vergebens, daß der Kaiser ihm bis Chiavenna nach-eilte, und, seinen Sinn zu beugen, ihm zu Füßen fiel. Dieses Ereignißwirkte auf die seit einiger Zeit schwebenden Friedensunterhandlungen,indem die Lombarden ihre Forderungen steigerten. Ans dem Wege, aufwelchem Heinrich abgezogen war, erschienen im Jahre 1176 deutscheFürsten mit Verstärkungen, und Friedrich gelang es, mittelst eines Zugesam Ticino hinauf, sich mit ihnen zu vereinigen. Nun gedachte Friedrichauch die zurückgelassenen Streitkräfte von Pavia und Montfcrrat, sowie