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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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330 Das römisch-deutsche Reich im Zeitalter der Krcuzzügc.

6. Die Wiederkehr des Kaisers verschob sich, da in DeutschlandVieles zu ordnen war, bis zum Jahre 1174. Am meisten nahmen ihndie Verhältnisse des sächsischen Herzogthums und die seiner eigenenFamilie in Anspruch. An den Grenzen Sachsens dauerte der Kampfgegen die Slavcn fort. König Waldemar I. von Dänemark, der Großegenannt, arbeitete, nachdem er sein Reich aus langen Bürgerkriegengerettet, an der Sicherung seiner Küsten gegen die seefahrenden Slavender Ostseeländer. Das Gelingen wurde begrenzt durch die überlegeneMacht seines Nachbars, Heinrichs des Löwen, der in dem Verlangen,seine Macht zn der nächsten nach der kaiserlichen zu erheben, in jenenGegenden zu erobern suchte. Mit dem Kaiser zwar erhielt sich Wal-demar in gutem Vernehmen und empfing von ihm im Jahre 1162 zuBesanyon die Königskrone, ohne daß es zu einer Erörterung der ihmhieraus erwachsenden Verpflichtung gekommen wäre. Das Kriegsglückdes Herzogs ließ ihm aber nur Theilnahme an der Beute und beschränkteseine Eroberungen auf Striche der Küste und die Insel Rügen. Aufder Insel folgte der im Jahre 1168 mit Eroberung Arkona's vollendetenUnterwerfung die Anpflanzung des Christenthums durch den dem Königevertrauten Bischof Arel oder Absalon von Lund. Während dieser Er- ^eignisse wurde auch die deutsche Herrschaft in Pommern begründet, da lvon Seiten Polens dieses Land aufgegeben wurde, und die KriegSlustder polnischen Fürsten sich nach Südosten wandte, wo die LandschaftHalicz oder Galizien ein Zankapfel zwischen Polen, Russen und Ungarn igeworden war. Das Steigen der Macht des sächsischen Herzogs unddie Art, wie er sie gebrauchte, führte viele Herren im Herzogthume,sowie den Markgrafen Albrecht von Brandenburg und den Landgrafen !

Ludwig II. von Thüringen, zu einem Bunde gegen ihn. Vergebens !

gebot der Kaiser von Italien aus den Frieden. Nach seiner Rückkehrbrachte er Alles in den vorigen Zustand, und während Heinrich den imKampfe vertriebenen Bischöfen, die zu seinen Gegnern gehört hatten,die Rückkehr erlauben mußte, blieb er im Besitze alles Erworbenen.Indessen so das welfische Haus immer höher stieg, erfuhren auch dieeigenen Besitzungen des Kaisers beträchtliche Vermehrungen. Durch denTod von Konrads Sohn Friedrich fiel ihm das schwäbische Herzogthumnebst den hohenstaufischen Gütern in Franken zu. Der alte Welf, durchgenußsüchtiges Leben verschuldet, trat ihm, dem Schwestersohne, mitUebergehung des Brudersohues Heinrich seine Güter in Deutschlandund seine Lehen in Italien ab. Zugleich beerbte der Kaiser viele Edleans Alcmannien, die, ohne Erben zu hinterlassen, in Italien gefallenwaren, und erwarb die Güter anderer durch Kauf upd Schenkung. Sowurde es ihm möglich, nachdem sein ältester Sohn Heinrich zum römi-schen Könige erwählt und gekrönt war, die übrigen reich auszustatteu.