Das römisch-deutsche Reich im Zeitalter der Krcuzziige. 32S
lombardischen Städte, worauf er nur Untersuchung versprechen konnte,und die alte Streitsache der Pisaner und Genuesen, in der er keinUrtheil fällte. Sein Hauptziel war Nom, wo er Sieg über den Papstals Vorbereitung zur Herstellung des Friedens in Italien hoffte. Aufdem Wege nöthigte er Ancona, in welches Kaiser Manuel, voll weit-aussehender Pläne auf Erneuerung der Justinianischen Herrschaft, eineBesatzung geworfen hatte, zur Ergebung. Durch die Einnahme vonNom gewann er aber nichts, da der Papst, nachdem er sich eine Zeitlangin einem Theile der Stadt vertheidigt, nach Benevent entwich. Aeußerlichstand für den Augenblick seine Macht so hoch, daß der Normannenkönigeinen Angriff befürchtete. Doch eine Plötzlich ausbrechende Pest wüthetein seinem Heere dermaßen, daß er über Pontremoli nach Pavia zurück-eilte. Hier war er von Feinden umringt, denn in seinem Rücken hattesich der lombardische Bund nun förmlich begründet. Die Bewohnervon Venedig, Padua, Treviso, Vicenza, Verona, Brescia, Bergamo,Cremona und Mailand im Norden und von Ferrara, Bologna, Modena,Parma und Piacenza im Süden des Po hatten durch einen Eid, denalle Bewohner zwischen 14 und 60 Jahren geleistet, sich auf 20 Jahreverbunden, allen Ansprüchen, welche über das Maß des seit Heinrich IV.bis auf Friedrichs Thronbesteigung Geleisteten hiuausgingen, sich zuwidersetzen, Krieg und Frieden nur gemeinsam zu beschließen, Streitig-keiten, die unter ihnen entstehen würden, selbst zu schlichten, und zuLeitung der gemeinsamen Angelegenheiten Rectoren zu erwählen. Daßselbst das früher kaiserlich gesinnte Cremona dazu gehörte, zeigt die Machtder gegen den Kaiser gerichteten Stimmung. Lodi ward zum Beitrittals fünfzehntes Glied gezwungen, und Mailand erhob sich gleich Tortonaaus den Trümmern. Von Pavia ans erklärte nun der Kaiser die ver-bündeten Städte in die Acht, aber die Streifzüge, die er von da ausmachte, gaben ihm so wenig Uebergewicht, daß er sich im Jahre 1168entschließen mußte, Italien zu verlassen. Die Ausführung dieses Ent-schlusses sogar hatte Schwierigkeit, da die Verbündeten die meistenAlpenpässe besetzt hatten. Der Markgraf von Montferrat verschaffteihm die Zusage ungehinderten Uebergangs über den Cenis von demjenseits wohnenden Grafen von Maurienne, und nachdem er den ver-folgenden Lombarden bis Susa entgangen war, rettete er in dieserStadt noch sein Leben gegen einen Mordanschlag nur durch die TreueHermanns von Siebeneichen, der sich in sein Bett legte, um ihm durchTäuschung der Feinde die Flucht zu erleichtern. Der lombardische Bundbefestigte sich, erhielt neue Glieder an den Städten Como, Novara,Vercelli, Tortona und Asti und erbaute, um die dem Kaiser befreundetenGebiete von Pavia und Montferrat zu trennen, am Flusse Tanaro einefeste Stadt, die dem Papste zu Ehren den Namen Alefsandria erhielt.