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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
Entstehung
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Das röinisch-dcutschc Reich im Zeitalter der Krcuzziigc. 32z

der Schwede gebliebenen Fragen, die sich auf die Stellung des Königsund des Kaisers bezogen, zur Entscheidung zu bringen. Vor seinerSeele stand als Ziel die Verwirklichung der Idee, nach welcher Karlder Große das Kaiserthum bekleidet, und die Uebnng der Machtfülle,die diesem beigewohnt hatte. Dazu aber mußte er die Kräfte Deutsch-lands, mit welchen seine Pläne zu verwirklichen waren, sich zu völligerFügsamkeit unterzuordnen suchen, und da seine Begabung dieser Aufgabeentsprach, erscheint in ihm, wie in Otto I. und Heinrich HI., das Uebcr-gewicht der einheitlichen Neichsgewalt über die besonderen Bestrebungenin den Gliedern des Neichskörpers. Doch konnte dieses Nebergewichtnicht für die Dauer erhalten werden, da der Uebcrgang herzoglicher undgräflicher Amtsgewalt in eine landesherrliche Gewalt schon viel zu ent-schieden vorbereitet war. Was aber Friedrich nicht einmal verzögernkonnte, war die Ausbildung der aus den Stadtgemcinden des obernItaliens hervorgehenden Republiken, die sich nur noch im losesten Ver-bände mit dem Reiche erhalten ließen. Außerdem mißlang ihm einKamps, der sich mit dem Kampfe gegen die Republiken Oberitalicnsverschmolz, ein neuer Kampf gegen die Kirche, ebenfalls hervorgegangenans dem Bestreben, das kaiserliche Ansehn zur höchsten Höhe empor-zuheben, einem Bestreben, das in Friedrichs Weise dem Papstthumgegenüber durchgeführt, das Oberhaupt der Kirche in eine ähnlicheStellung gebracht haben würde, wie die des Patriarchen zu Constan-jinopel war. Italien, wo nach Friedrichs Auffassung der Kaiserwürde einkräftiges Eingreifen allenthalben nöthig schien, ward der Hauptschauplatzseiner Wirksamkeit. Im Norden dieses Landes verflüchtigte sich das kaiser-liche Ansehen zu einem Schatten, und die Stadt Lodi klagte über Be-drückung von Seiten Mailands, im Süden schien die Gründung des neuenKönigreiches dem Reiche Abbruch zu thun, in Nom drohten die repu-blikanischen Bestrebungen eine Ablösung vom Reiche, Unzufriedene imnormannischen Reiche verlangten Hülfe gegen ihren König, und derPapst, dessen weltliche Herrschaft fast vernichtet war, hatte unter denbeiden vorigen Königen dem Reiche gegenüber mehr gewonnen, als dasWormser Coneordat eingeräumt. Ein Erbfolgestreit in Dänemarkward zu Merseburg entschieden, ohne daß der Vollzug folgte. DieSache der Welfen war, obgleich Heinrich dem Löwen Baiern wiederzugesprochen worden, wegen des Widerstandes des bisherigen Inhabersnoch nicht erledigt. Dennoch eilte Friedrich nach Italien, nachdem erdurch einen Vertrag zu Constanz sich gegen Eugcnius zu Vertheidigungder Rechte und Güter der römischen Kirche verbunden und sich dieKaiserkrönung nebst Unterstützung gegen die Feinde des Reiches ausbe-dungen hatte. Vom Lechfelde brach im Jahre 1154 der Zug auf undauf der Ebene von Noncaglia hielt Friedrich Heerschau und Gericht und

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