324 Das römisch-deutsche Reich im Zeitalter der Krcuzzügc.
empfing Abgeordnete der lombardischen Städte, unter denen die vonCrcmona, Lodi und Pavia gegen Mailand klagten. Schon jetzt gestaltetesich das Verhältniß zu Mailand feindselig. Der Hauptschlag traf aberdas widerspenstige mit demselben gegen Pavia verbündete Tortona,welches im Jahre 1155 durch Zerstörung büßte. In Pavia erhieltFriedrich die Königskrone von Italien, und nachdem er von Bolognaaus den Apennin überstiegen, lagerte er sich bei Viterbo, ließ Arnoldvon Brescia gefangen nehmen und an Papst Hadrian IV. ausliefern,worauf derselbe durch den Stadtpräfekten verbrannt wurde. In Sutriwollten die Römer mit ihm in dem Sinne unterhandeln, wie sie mit !
seinem Vorgänger gethan. Er aber wies ihre Ansprüche zurück, empfingin der Peterökirche zu Nom die Kaiserkrone vom Papste und dämpfte ^
blutig einen Aufstand der enttäuschten Römer. Wohl erregte Roger,der in den Jahren von 1146 bis 1152 von Sicilien aus einen TheilAfrika'ö bezwungen, dann, als Manuel gegen ihn Konrads Hülfe suchte,Korfu erobert, Korinth, Theben und Euböa geplündert, sich endlich sogarvor Constantinopel gelegt hatte, Friedrichs Aufmerksamkeit. Eine Unter-nehmung gegen ihn, zu der ihm Kaiser Manuel in Ancona ein Bündnißantragen ließ, unterblieb aber aus gleichen Gründen, wie unter Hein-rich V., und die Schwächung des Heeres durch Krankheiten erheischteBeschleunigung des Rückzuges. An den Grenzen Italiens zeigte sichVerona feindlich. Hier hatte der alte Verband mit dem HerzogthumeKärnthen aufgehört. Schon unter Heinrich IV. war mit Friaul derPatriarch von Aquileja belehnt worden, und durch dieses neue Gebietvon Kärnthen getrennt, hatte sich die Markgrafschaft Verona aus derunnatürlichen Verbindung gelöst und die republikanische Entwicklung desnördlichen Italiens getheilt. Friedrich entging den ihm hier bereitetenNachstellungen und kam über Botzen und Briren in Deutschland anmit erhöhter Ueberzeugung von der Nothwendigkeit, alle Kräfte zurHerstellung des kaiserlichen Ansehns in Italien aufzubieten. In Deutsch-land zeigte er eine längst nicht mehr gekannte Strenge in Hand-habung des Landfriedens. Außerdem erledigte sich jetzt die welfischeAngelegenheit in einer Weise, daß Heinrich der Löwe sich für treueDienste in Italien belohnt fand. Es kam der frühere Spruch überBaiern zur Vollziehung, und Heinrich Jasomirgott ward dadurch ent-schädigt, daß ein bisher zu Baiern gehöriges Gebiet oberhalb der Ensdazugeschlagen, und die so vergrößerte Markgrafschaft in ein Herzog-thum verwandelt wurde, der Herzog aber das Recht erhielt, sein Landauf männliche und weibliche Nachkommen zu vererben, ja in Ermanglungder Nachkommen durch Vermächtniß darüber zu verfügen. Welf wurdedurch Ueberlaffung der Mathildischen Erbschaft abgefunden und bezeich-nte die Größe seiner Ansprüche dadurch, daß er sich den Titel eines