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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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322 Das romisch-dcutschc Reich im Zeitalter der Kreuzziigc.

Menge müßigen Volkes auf, wodurch die Ruhe zu Hause gefördert unddie Ordnung des Zuges erschwert wurde, und als Regent blieb Konradszum römischen Könige erwählter Sohn Heinrich zurück. Die Theilnahmean dem Zuge war stark bei Schwaben, Baiern, Franken und Lothringern.Während derselbe seinem unglücklichen Geschicke entgegenging, führtendie Sachsen mit dänischer Hülfe, nachdem in dem von Polen abhängigenPommern der Bischof Otto von Bamberg in den Jahren von 1124 bis1139 als Bekehrer gewirkt hatte, gegen ihre heidnischen Nachbarn indem zwischen Sachsen, Polen und Pommern gelegenen Binnenlandeeinen Krieg für das Kreuz, der nach manchen Erfolgen im Einzelnendoch wegen der Uneinigkeit der Führer sein Ziel nicht erreichte und derFolgezeit noch Kämpfe für die Verbreitung des Christenthums in jenenGegenden hinterlicß. Zu gleicher Zeit ging ein dritter Kreuzzug ausDeutschland nach einer dritten Gegend. Schaaren vom Niederrheinund aus Friesland, denen sich auch Engländer anschlofscn, gedachten dasheilige Land zur See zu erreichen. Ihre Fahrt führte sie an die West-küste Spaniens zur Zeit, da Alfonso, des Grafen Heinrich Sohn, dieMoSlemen in Lissabon belagerte. Die Theilnahme an diesem Kampfeschien ihnen eine Lösung ihres Gelübdes zu sein und zur Zeit, da dasgroße deutsche Kreuzheer den Waffen des Sultans von Jkonium erlag,theiltcn sie den Ruhm der Eroberung der moslemischen Stadt Lissabon,worauf sie theils in dem Lande blieben, theils beutereich zur Heimathzurückkehrten. Als König Konrad mit geschwächter Gesundheit Deutsch-land wiedcrsah, war ihm nicht mehr vergönnt, alle Angelegenheiten, dieseines Eingreifens harrten, zu ordnen. Die wiederansbrechende Fehdemit Welf wurde durch Vermittlung von Konrads Neffen Friedrich, demnunmehrigen Herzoge von Schwaben, dessen Mutter Judith eineSchwester Welfs war, beigelegt, doch wenn Welf auch auf Baiern ver-zichtete, nahm dessen Neffe Heinrich, später der Löwe genannt, den fürihn während seiner Minderjährigkeit auf dieses Land geleisteten Verzichtzurück. Das Verhältniß zu den Nebenländern blieb ein unentschiedenes,und an einem Römerzuge, der vorbereitet wurde, hinderte den Königder Tod, der ihn im Jahre 1152 zu Bamberg ereilte, ohne daß erdie Kaiserkrone getragen hätte. Sein trefflicher Sohn Heinrich wargestorben. Da sein zweiter Sohn Friedrich minderjährig war, hatteer es vorgezogen, seinen Neffen, den Schwabenherzog, der schon aufdem Kreuzzuge Tapferkeit und Einsicht bewährt hatte, zur Nachfolge zuempfehlen und derselbe ward von den Fürsten in einer Versammlung zuFrankfurt einhellig als der Würdigste erkoren und zur Krönung nachAachen geführt.

4. Friedrich I., von den Italienern Barbarossa, der Rothbart, ge-nannt, hatte das Bewußtsein großer Kraft und suchte mit ihr alle in