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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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und die Bildung des Abendlandes in der Zeit der Krcnzzügc. 289

andere Heere, die regellos zusammengelaufen waren, durch Deutschlandund Ungarn. Mangel an Ordnung und an Wehrhaftigkeit löste dieseSchaaren auf, ehe sie sich dem Ziele des Zuges genähert hatten.Nachdem drei Heere dieser Art in Ungarn ihren Lauf geendet, kam einvon Peter dem Einsiedler geführtes mit Unterstützung des KaisersAlerius bis nach Kleinafien, erlag aber nach Einnahme von Nicäa baldden Angriffen des Sultans von Jkonium, so daß nur einige Trümmerdesselben sich auf oströmischen Schiffen wieder nach Europa retteten,um dürftig die Hcimath wiederzugewiunen. Während dieser Ausgangim Abcndlande die großen Schwierigkeiten der Unternehmung klar machteund auf Viele abschreckend wirkte, verschlimmerte er auch die Stimmungder Ungarn, Bulgaren und Oströmcr gegen das im nämlichen Jahrenachfolgende Heer der Fürsten. Insbesondere war Alerius erst durchHugo, dann durch Boemund und Tankred, die von Epirus aus anrücktenund von denen die beiden letzten als alte Feinde der Oströmer sich ge-waltthätigcn Verfahrens nicht enthalten hatten, gereizt worden. AlsHugo's Heer vor Conftantinopel mit dem unter Gottfrieds Führungdurch Ungarn und Bulgarien angelangten zusammengeftoßen, auch dasder beiden Normannenfürsten eingetroffen war, begannen Mißhelligkeitenmit dem Kaiser, die endlich dadurch endeten, daß die Fürsten ihm fürdie Länder, die sie erobern würden, einen Lehenseid leisteten. Im Jahre1097 erfolgte der Uebergang nach Asien, und von Chalcedon brach manauf zum Zuge durch Kleinasien. Nicäa wurde noch einmal belagert,und die Oftrömer erkauften für sich die Uebergabe der Stadt. Der Siegbei Dorpläum an einem linken Nebenflüsse des Sangarius gewährteRuhe vor den Angriffen der Seldschuken und verschaffte das Versprechenfreien Durchzugs von Seiten Kilidsch Arslans, eines Sohnes Suleimansund Sultans von Jkonium. Ungünstige Zeichen für die Zukunft boteine auf dem Zuge schon hervortretende Uneinigkeit der Führer, welcheeigene Zwecke verfolgten. Ein Ergebniß solcher Zwiste, aber dennochdem Zwecke des Zuges förderlich war es, daß Gottfrieds Bruder Bal-duin, der die Vorhut bildete, sich von dem Heere trennte, und durchEinnahme von Edessa jenseits des Euphrat den Grund zu einem selbst-ständigen Gebiete legte. Nachdem Tutusch, Malekschahs Bruder, ineinem Kampfe, den er mit dessen Sohne Barkiarok um die Würde desGroßsultans geführt, untergegangen war, hatte sich seine Herrschaftunter seinem Sohne in die Sultanate Haleb und Damaskus verzweigt.Dem ersten Sultane von Haleb, Nodwan, entriß nun Balduin Edessa,von den christlichen Bewohnern der Stadt gerufen. Erweiterung desGebietes schuf die Grafschaft Edessa, die nun die nordöstliche Vormauerdes zu bildenden christlichen Reiches ward. Hierauf unternahm dasHauptheer die Belagerung von Antiochien, und nach acht Monaten, im

Kiesel, Weltgeschichte. II. 19