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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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und dic Bildung dcs Abendlandes i» den Zeit der Krcuzzügc. 287

während andere derselben auch ungeachtet jener Vorthelle es bei Ver-suchen zur Herstellung der christlichen Herrschaft bewenden lassen mußten.Die christliche Eroberung im Osten war viel schwieriger zu behauptenals die moslemische im Westen. Die Moslemen hatten sich in starkemStrome über Afrika nach Spanien fortgewälzt, und da sich auf ihremWege die Völker ganz ihrer Religion angcschlossen hatten, standen sieauch im äußersten Westen immer mit Ländern, die ihrer Sache einenRückhalt gewährten, in Verbindung, während der Eifer dcs Islam durchdie stets erneuten Aussichten auf Herrschaft und Genuß rege genug er-halten wurde, um nach den äußersten Grenzen immer wirksame Verstärkungzu senden. Die christliche Herrschaft im Osten war dagegen von demBoden, aus dem sie ihre Stärke zu empfangen hatte, getrennt. JederSchlag auf sie war geführt, ehe der Hülferuf das Abendland erreichte.Im Abendlande selbst waren ungeachtet der religiösen Begeisterung, diesich entzündet hatte und die den Einzelnen den Kampf für das Kreuzals schönstes Ziel zeigte, der Schwierigkeiten viele, die sich der Bildungvon Kreuzheeren entgegenstellten. Eine Einigung zwischen den christ-lichen Staaten war nicht zu erreichen. Das oströmische Reich zeigtesich zurückhaltend in Folge der alten Spannung gegen den europäischenWesten und in Folge der Eifersucht, die sich bei ihm regte, als esLänder, die ihm einst gehört, von den lateinischen Christen in Besitznehmen sah. Von den lateinisch-christlichen Staaten blieben die slavischender Bewegung fremd. Unter den romanischen hatten die der pyrenäi-schen Halbinsel den Kampf für das Kreuz auf eigenem Boden zu führen.Auch in den Staaten, deren Bevölkerung von der Bewegung ergriffenwar, bildete die Verfolgung eigner Zwecke ein großes Hiuderniß.Gerade diejenigen Personen, deren Theilnahme am förderlichsten seinmußte, die Glieder des Adels und die Könige, fanden es zu oft ihrem Vor-theile entgegen, die Heimath auf lange Zeit zu verlassen und dadurch daseigene Bestehen oder doch die Erreichung eigener Zwecke zu gefährden.So waren die Angelegenheiten Deutschlands zur Zeit des Beginnes derKreuzzüge von der Art, daß es, zur Bildung einer Kriegsmacht für denheiligen Zweck mitzuwirken, außer Stande war. Bei solchen endlich,welche Theil nahmen, herrschten oft Absichten, die mit dem ursprünglichenGedanken keine Verwandtschaft hatten. Nichts aber konnte den zurEhre Gottes begonnenen Unternehmungen den göttlichen Segen mehrentziehen, als die Verunreinigung derselben durch Beimischung weltlicherAbsichten. So fanden die mächtig aufstrebenden Städte des nördlichenItaliens, vor andern Venedig, Pisa und Genua, durch die Kreuzzügeneue Quellen des Reichthums aufgethan. Das Ueberschiffen der Heere,dic Vermittlung dcs Handelsverkehrs mit dem Osten, die Gründungvon Handelsniederlassungen an der syrischen Küste, brachten reichlichen