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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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278 Das oströmischc Reich bis zum Ende des elften Jahrhunderts.

Leben war das Reich wegen seiner geistigen Leerheit unfähig, znmSterben noch zu kräftig durch den Neichthum, mit dem es Flotten undSöldnerheere unterhielt, sowie durch Geschick und Tapferkeit von Feld-herren, die sich bei fortwährenden Kriegen ausbilden mußten. UnterNomanus blieb daö Reich den Okailiden, obschon der Kaiser eine Nieder-lage erlitt, durch die Kraft des Feldherrn Georg Maniaces, der den Ver-lust wieder gut machte, furchtbar, unternahm einen glücklichen Angriffauf den Hafen von Alexandrien und vertheidigte Nagusa gegen einesaracenische Flotte, konnte aber mit den gemachten Anstrengungen inItalien und Sicilien keine Vortheile gewinnen. Unter Michael wurdeSicilien für kurze Zeit durch Maniaces fast ganz erobert und eineafrikanische Flotte, die die Cpkladen und die thracische Küste angriff,geschlagen, während die empörten Servier nicht für die Dauer be-zwungen werden konnten und in Italien Alles bis auf Otranto oderHydruntum verloren ging. Nach Michaels Tode führten Zoe und dervon Michael adoptirte Neffe Michael V. der Kalfaterer einen Kampfum die Herrschaft, der mit Michaels Sturz und Blendung endete.Unter Constantin erneuerte sich der Kampf mit den Servicen, und aufNiederlagen folgten Siege, die eine schwankende Abhängigkeit des Volkesherstellten. Im Osten begann der Kampf gegen die Seldschuken. Ausdem Kampfe mit empörten Petschenegen, die als Söldner gegen dieSeldschuken geführt werden sollten, rettete sich das Reich mit Mühedurch Herbeirufung der gegen die Seldschuken schon im Felde stehendenTruppen. Rußland war indessen in geistlicher Hinsicht vom Reiche ab-hängig geworden. Unter Swätoslaws Sohn Wladimir, der sich durcheinen Krieg seiner Brüder entledigt und während der langen Dauer seinerRegierung (9771015) für Einführung des Christenthums und Be-gründung innerer Ordnung gewirkt hatte, wurde Kiew Metropole vonRußland, und da dem Papste Johann XV. die Herstellung der Ver-bindung mit dem römischen Stuhle mißlang, wurde die Ernennung desMetropoliten Sache des Patriarchen, soweit nicht der Einspruch derrussischen Fürsten hindernd entgegentrat. Nach Wladimirs Tode brachtedie Theilung des Reiches unter seine Söhne eine große Verwirrung,und obgleich von ihnen Jaroslaw sich allein behauptete (1019 1054),löste sich durch die Theilnahme der Nachbarvölker an den innerenStreitigkeiten das russische Reich in eine Menge kleiner Fürstenthümerauf. Während dieses Zustandes der Auflösung kam unter Constantineine neue russische Flotte vor Constantinopel an, das nur durch dasgriechische Feuer die Feinde zurückschlug. In der Mannigfaltigkeit derKriegsbegebenhciten sieht man das Reich keinem Ziele entgegengehen,es begründen sich keine dauernden Zustände, und die Wechselfälle, dieeinander folgen, erscheinen nicht als zusammenhängende, gegliederte Kette.