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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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274 Das oströiiuschc Reich bis zum Ende des elften Jahrhunderts.

Kaisers. Eine Kriegserklärung des Kaisers gegen die Bilder warjedesmal die Erneuerung des Kampfes zur Behauptung unbedingterHerrschaft in kirchlichen Angelegenheiten. So begann ihn Leo von Neuem,und die Partei, die ihn erhoben, stürzte ihn im Jahre 820 durch eineVerschwörung, in deren Folge er am Weihnachtstage in der Kircheermordet, und Michael II. der Stammler, nachdem er schon als ver-dächtig verhaftet worden, in seinen Ketten auf den Thron gesetzt wurde.Michael sah Sicilien an die Aglabiden verloren gehen und auf Kretadurch spanische Saracencn einen Seeräuberstaat sich bilden und verhängtegleich seinem Vorgänger Verfolgungen über die Bilderfreunde, was seinSohn und Nachfolger TheophiluS (829842) fortsetzte. Mit Thev-philus' Sohn Michael III., der nach des Vaters Anordnung mit dreiJahren unter Vormundschaft seiner Mutter Theodora als Kaiser aner-kannt wurde, endete, da seine Mutter der Verehrung der Bilder anhing,die Verfolgung der Bilderfreunde im Jahre 842 durch feierliche Wieder-herstellung der Bilder. Der Kaiser aber verwilderte dermaßen, daß erden Nero, dem er in der That glich, für sein Vorbild erklärte. Ihnstürzte im Jahre 867 Basilius der Macedonier. Seine Thronbesteigungist nicht bloß wichtig wegen der Kraft, mit welcher er regierte und desEifers, mit welchem er Uebelständen abhalf, sondern auch durch denUmstand, daß in seinem Hause, wenn man die mit seinen weiblichenNachkommen durch Heirath Verbundenen dazu rechnet, fast zweihundertJahre lang die Kaiserwürde blieb. Es gab dies der Negierung, soweites unter den für das Reich bestehenden Verhältnissen möglich war, einegrößere Stetigkeit, und da nun nicht mehr durch gewaltsame Wechselder Herrschaft die durch Aemtcr einflußreichen Familien das Schicksaldes raschen Sturzes zu erfahren hatten, konnte sich um den Thron ei»Kreis von Familien bilden, der mit der aus dem Dienste abgeleitetenMacht den im Westen Enropa's aus den Lehensverhältnissen erwachsenenAdel vertrat. Was aber dadurch nicht abzuwenden war, ist die fort-schreitende Spannung der Kirche des Reiches gegen die allgemeine Kirche.Schon unter Michael HI. hatte ein neuer Anlaß den Riß erweitert.Da der fromme Patriarch Ignatius gegen das greuclvolle Leben desHofes auftrat, ließ der Kaiser auf Grund erdichteter Beschuldigungenihn absetzen und den gelehrten Laien Photius zum Patriarchen weihen.Diese schnöde Willkühr rief eine Parteiung hervor, die den Hof selbstveranlaßt, die Entscheidung des Papstes Nikolaus I. nachzusuchen.Nach erfolgter Untersuchung schloß der Papst den Photius als Eindring-ling von der Kirchengemeinschaft aus. Da erhob sich die Partei desPhotius, die in dem Bemühen des Papstes, die Bulgaren und dieMähren dem römischen Stuhl anzuschlicßen, neuen Vorwand zumWiderstande fand, gegen die abendländische Kirche mit dem Vorwurfe