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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das ostromischc Reich bis znm Ende des elften Jahrhunderts. 273

der Häresie. Unter Hervorhebung aller der Irrungen, die schon seitlange stattgefnndcn und schon dreimal eine vorübergehende Spaltunghervorgebracht hatten, sprach Photius, der mit Verlegung des Kaiser-sitzes nach Constantinopel auch den Primat dorthin übertragen meinte,auf einer Synode im Jahre 867 die Ercommunication über PapstNikolaus aus. Doch als Basilius Kaiser geworden war, ging er denPapst um Berufung einer achten ökumenischen Synode an, die auch imJahre 869, nachdem im Jahre 867 Hadrian II. auf Nikolaus gefolgtwar, zu Stande kam, und die zu besuchen oder zu beschicken auf Ver-wendung des Kaisers die drei andern Patriarchen des Ostens von ihrensaracenischcn Beherrschern die Erlaubniß erhielten. Die Sache wurdezu Gunsten des Ignatius entschieden, der den Patriarchenstühl wiederbestieg. Doch es hob der Streit wegen der kirchlichen Verhältnisse derVulgaren an, und als während der Dauer desselben Ignatius starb, tratPhotius, der sich mit dem Kaiser ausgesöhnt hatte, an dessen Stelle.Hadrians H. Nachfolger, Johann VIII., bestätigte ihn unter der Be-dingung, daß er vor einer Synode für das Geschehene Genugthuuugleiste, und in der Hoffnung, daß die bulgarische Angelegenheit sich ineiner dem Vorthcile der Kirche entsprechenden Weise ordnen werde.Doch da beide Bedingungen nicht in Erfüllung gingen, und der Patriarchin Hochmuth und Anmaßung beharrte, sprach Johann VIII. den Bannüber ihn. Basilius' Sohn und Nachfolger Leo VI., der Philosophgenannt (886912), setzte ihn ab, begehrte für dessen Nachfolger beiStephan V. die Bestätigung und erhielt sie, da der Patriarch währendder Zögerung des Papstes starb, für den zweiten Nachfolger durch PapstFormosus. So war die Kirchengemeinschaft zwar hergestellt, aber die-jenige Verbindung, welche die Kirche des Ostens an dem gesammtenLeben der Kirche hätte Theil nehmen lassen, kam nicht zu Stande.

3. Ehe jedoch die lang drohende Spaltung in der Kirche durchneue Ereignisse entschieden wurde, erhielt das oströmische Reich im Nord-osten neue Nachbarn an zwei Völkerschaften, von denen die nähere zwarin ungezähmter Wildheit den Einflüssen christlicher Cnltur unzugänglichblieb, die fernere aber durch ihre Angriffe auf das Reich den Samender christlichen Religion von demselben empfing. Nach dem Tode Leo'sübernahm sein Bruder Alexander für dessen Sohn Constantin V., nachdem Prachtgemache der Porphyr«, in welchem er geboren war, Por-Phyrogcnnetus benannt, die Negierung, führte selbst den kaiserlichenNamen und erklärte bei seinem Tode im Jahre 913 den Neffen zumNachfolger (913959). Unter ihm erscheint während fortdauernder

Vcdrängniß durch die Bulgaren und die Madscharcn im Rücken derBulgaren und im Osten der Madscharcn das tartarische Volk der Pet-schenären oder Petschenegen, das von der Wolga herkommend die Cha-

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