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Das Reich der Moslemen und das christliche Spanien
für die Lebenszeit eines vierten, des Gonzalez, wieder Sobrarve ab-zweigte. Ferdinands Reich ward unter seinen Söhnen getrennt undbald darauf unter einem derselben wieder vereinigt. Nach FerdinandsTode im Jahre 1064 beherrschte von seinen Söhnen Sancho, in einervon Sancho dem Großen beginnenden Zählung Sancho II. genannt,Castilien, Alphonö VI. Leon, Garcias Galicien. Erst verdrängte Sanchoseine Brüder, und dann, als er im Kampfe gegen die seiner SchwesterUrraca vorbehaltene Stadt Zamora gefallen war, bemächtigte sich Al-fonso im Jahre 1072, der inzwischen bei dem Emir von Toledo gast-liche Aufnahme gefunden hatte, des Reiches, ohne den dritten BruderGarcias in seinen Antheil wieder cinzusetzen. Nicht lange darauf imJahre 1076 wurden die beiden Reiche Navarra und Aragonken nachdem Tode von Garcias' Sohne Sancho durch Ramiro's Sohn Sancho,der als König der vereinigten Reiche Sancho I. heißt, zn einem ReicheAragonien vereinigt. So bestanden außer Katalonien nur die beidenchristlichen Reiche Castilien und Aragonien. Katalonien hatte, wie Ara- 'gonien, lange einen beschränkten Umfang behalten, da die Statthaltervon Zaragoza oder Cäsar Augusta gegen Nordosten einen mächtigerenDamm der arabischen Herrschaft bildeten, als dieselbe nach Nordwestenhatte. In der Zeit Karls des Kahlen war die Markgrafschaft Barce-lona oder Barcino, der Uebcrrest der spanischen Mark, von Septimanien !getrennt worden und mit der Thronbesteigung Hugo Capets war diethatsächlich längst vorhandene Unabhängigkeit ausgesprochen worden, in- -
dem man dem neuen Könige die Anerkennung, die schon im südlichenFrankreich ohne Wirkung war, versagte. Der politischen Trennungfolgte die kirchliche, indem Papst Urban II. die noch in den Händen derMoslemen befindliche Stadt Tarragona oder Tarraco statt Narbonncoder Narbo zur Metropole bestimmte, eine Bestimmung, die sich imJahre 1118 durch Eroberung Tarragona's verwirklichte. BedeutenderenZuwachs, als auf der Halbinsel, erhielt das Reich Catalonien ohneKrieg jenseits der Pyrenäen, indem Namon Berengar III. theils durchVerwandtschaft mit französischen Grafenfamilien eine Menge verschie-dener durch das südliche Frankreich bis in das arelatische Reich hinliegender Gebiete an sich brachte und so zur Schwächung dieser beidenReiche beitrug, da dort ein unmittelbares Lehensverhältniß wirksamerwar, als das Verhältniß zn den Oberlehensherren, dem Könige vonFrankreich und dem römisch-deutschen Kaiser. Die Vereinigung desnordwestlichen Spaniens unter Alfonso VI. schien bei der Zerrissenheit desmoslemischen Spaniens glänzende Zeiten für die Christen bringen zusollen. Schon eroberte Alfonso im Jahre 1085 Toledo, die Hauptstadtdes ihm einst befreundeten Emirs und des alten gothischen Königreiches.Da gab Jussuf der Morabethe dem Islam in Spanien neue Stärke.