266 Die Reiche der Moslemen und das christliche Spanien
nahm das Glück der Moslemen einen neuen Aufschwung und für das Reich !Asturien kamen Bedrängnisse, wie in der ersten Zeit nach der arabischen !Eroberung. Nachdem unter Namiro III. (966—982) Galicien, dasalte Galäcien, durch einen normannischen Einfall verwüstet worden war, !legten Normannen unter seinem Nachfolger Bermudo II. (982—999) ^
Coimbra, Astorga, Leon und den berühmten von Christen aller Länderviel besuchten Wallfahrtsort Sankt Jago in Asche und die Bewohnerdes asturischen Reiches sahen ihre Habe geraubt, Kirchen und Klöstergeplündert, entweiht, vernichtet und bestellten ihre Saaten ohne Hoffnungder Acrnte. Zu gleicher Zeit herrschten die spanischen Moslemen inAfrika, im ehemaligen Gebiete der Edrisiden und verstärkten von dortaus durch Berbern ihre Heere. Almansurs beide Söhne, die, der einenach dem andern, die Stellung des Vaters cinnahmen, kämpften mitminderem Glücke und als im Jahre 1008 wieder Kalifen aus dem Hauseder Omajaden zu regieren begannen, trat auch eine allgemeine Auf-lösung ein, indem eine Menge von Bezirken unter ihren Statthaltern,welche Wall hießen, selbstständige kleine Reiche zu bilden anfingen.Während dieser Zeit trachteten die Edrisiden, die mit den Zeiridenunter Omajadischer Herrschaft gestanden, nach dem Kalifate und besetztendasselbe im Jahre 1016 auf kurze Zeit, ohne Einheit hcrzustellen. DieAuflösung entschied so tatsächlich den Untergang des Reiches, daß !Hescham I!l. im Jahre 1031 die Negierung niederlegte. Das mosle- j
mische Spanien war in eine Menge selbstständiger Reiche getheilt, in ^
deren jedem der bisherige Mali als Emir herrschte und deren bedeu-tendste Cordova, Toledo, Sevilla, Badajoz, Granada, Malaga, Almeria,
Murcia, Valencia und Zaragoza waren. Unter solchen Verhältnissenbegannen für das Reich der Christen wieder glücklichere Zeiten. Al-fonso V. (999—1027) stellte Städte, Kirchen und Klöster wieder herund hielt in Leon im Jahre 1020 eine Versammlung von geistlichenund weltlichen Großen, welche für geistliche und weltliche Gesetzgebungbedeutend wurde. Als sich aber kaum das Königreich Leon wieder zuerheben begann, wurde es einem andern der christlichen Reiche, die sichneben ihm gebildet hatten, cinverleibt.
10. Ostwärts vom Königreiche Leon hatten sich bis an das mittel-ländische Meer hin noch vier christliche Staaten auf der Halbinsel ent-wickelt, Castilien, Navarra, Aragonien und Catalonien. Castilien wardie östlichste Landschaft Asturiens, östlich vom Flusse Pisuerga gelegenund bis an das Gebiet der Basken reichend. Ihren Namen erhielt sie,als bei dem Vorrücken der Grenzen von Asturien oder Leon in ihremsüdlichen Theile eine Menge von Castellen zum Schutze der Landschaftgegen die Moslemen erstanden. Die Bedeutsamkeit der Grafen vonCastilien, die ihren Sitz zu Burgos hatten, als der mächtigsten unter