bis zum Ende des elften Jahrhunderts.
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Cordova, eine Stadt voll Pracht, wie Bagdad, war zur Zeit deögrößten Omajadischen Kalifen Abdorrcchman III. (895 — 961) ein Ort,wo Christen aus allen Ländern Bildung suchten und wo Gesandte allerFürsten des Abendlandes erschienen. Otto der Große schickte an denKalifen einen Boten mit der Aufforderung, daß er sich zum Christen-thume bekehre, und Gerbert hatte hier Gelehrsamkeit geschöpft. Freilichwurden die Moslemen gerade durch Ausbildung feinerer Sitte auch denChristen gefährlich, indem für sie eine Ausgleichung mit den Dienerndeö Jrrthums zu befürchten stand, und wirklich viele von der alten Be-völkerung, die wegen des äußerlich angenommenen fremden GeprägesMozaraber, Arabisirende, hießen, sogar zum Islam übergingen. DieseGefahr mußte wachsen, da bei den in der Bildung begriffenen christ-lichen Staaten der Halbinsel der Eifer, gegen die Moslemen ihre Vor-theile zu verfolgen, oft hinter dem Bemühen, sich gegeneinander vorBeeinträchtigung zu schützen, zurücktrat, und selbst von christlichen StaatenBündnisse mit den Moslemen gegen christliche Nachbarn geschlossen wur-den. Dadurch zog sich der Kampf des Christenthums mit dem Islamin die Länge. Als aber das Auseinanderfallen des Kalifates die Sacheder Christen zu begünstigen ansing, ward dem Islam von Afrika auseine Erneuerung durch die Morabethen. Selbst unter so schwierigenVerhältnissen offenbarte das Christcnthum seine Überlegenheit über denIslam, da der Eifer, der die christlichen Bewohner der Halbinsel mitder Sicherheit ihres Bestehens die Ehre Gottes suchen ließ, bis zumEnde des Kampfes aushielt.
9. Das Königreich Asturien, dessen Hauptstadt Oviedo oder Ovetumwar, hatte außer dem beständigen Kampfe mit den Moslemen vorüber-gehende Kämpfe mit einbrechenden Normannen zu bestehen und erhieltseine Könige aus Alfonso's Familie, obgleich hier, wie in den übrigenNeichen der Zeit nicht eine feste Erbfolgeordnung, sondern die Erklärungder Großen zwischen den Angehörigen des Geschlechtes entschied unddaher Erbfolgestreitigkeiten nicht ausblieben. Mit der Erweiterung desReiches gegen Süden wurde auch der Wohnsitz der Könige südwärtsnach Leon oder Legio verlegt, und seit Alfonso's III. des Großen Nach-folger Garcias (910 — 914) dies gcthan, hatte das Reich seinen Namennach dieser Stadt. Wie nachdrücklich der Kampf gegen die Moslemensortgeführt wurde, zeigt sich darin, daß selbst zur Zeit des mächtigenAbdorrcchman III. die christlichen Waffen bis an den Tajo oder Tagus,in die Gegenden von Toledo oder Toletum, Talavera und Lissabonoder Olisipo siegreich vordrangen. Erst als unter Abdorrahmans EnkelHescham II. (976 —1012) der erste Beamte des Reiches, der HadschibMohammed Abu Amer, gewöhnlich Almansur oder der Vertheidiger ge-nannt, den Kalifen, den er in Gefangenschaft hielt, ganz zurückdräugte,