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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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England und dcr Norden bis zum Ende des elften Jahrhunderts. 253

Harald, dessen Schwester er geheiratstet statte, zu seinem Nachfolger.Diesem machte sein Bruder Tostiz die Herrschaft streitig. Er stattevergeblich in Dänemark Hülfe gesucht, wo Magnus auf Hardiknud ge-folgt war, und der von Magnus zum Jarl eingesetzte, bald aber zumKönig von Dänemark aufgestiegene Schwestersostn Knuds, Sven Estrith-son oder Sostn der Eftrith, herrschte, hatte aber Hülfe gefunden beiMagnus' Oheim und Nachfolger Harald, den sein Beiname Hardradeals den Harten oder als den Stolzen bezeichnet. Er litt jedoch mitseinem Bundesgenossen den Tod in einer Niederlage, die ihm seinBruder im Jahre 1066 bei Stamfordbridge am Flusse Derwent, seitdemVattlebridge oder Schlachtbrücke genannt, beibrachte. Die so gewonneneHerrschaft verlor Harald noch im nämlichen Jahre an den Normannen-stcrzog, der nach Eduards Tode seine Vasallen zu einem Kriegszugegegen das kraft der Verwandtschaft mit Eduard in Anspruch genommeneReich bewog. Bei Hastings in Süsser erkämpfte sich Wilhelm, daherder Eroberer genannt, das Reich, und der französische Vasall wardKönig von England. In der Bestürzung, die die Schlacht von Hastingsverbreitete, fand sich Niemand, der die Kräfte deS Landes zum Kampfegegen die Normannen vereinigt hätte.

8. Wilhelm ging sicher und rasch seinem Ziele entgegen und brachden Widerstand der südlichen Landschaften. Nachdem sich im Lande einePartei für ihn gebildet, begrüßten ihn Angelsachsen und Normannen zuLondon auf Befragen als König, worauf er den gewöhnlichen Krönungs-eid leistete, daß er die Kirche beschützen und die Gerechtigkeit handhabenwolle. Darauf empfing er Salbung und Krönung, und bald huldigtendie nördlichen Landschaften. Ein milder Anfang ließ die Angelsachsennicht ahnen, was ihnen bevorstand. Die Normannen, welche für denKönig die Eroberung vollbracht, mußten durch Ertheilung von Lehenbelohnt werden. Da verbreitete die Einführung des Lehenswesens, diesehr gewaltthätig vor sich ging, den härtesten Druck über das Land.Der Druck erzeugte Aufstände und die Aufstände reizten die Sieger zuimmer härterer Behandlung der Besiegten, wodurch sich auch an WilhelmsNamen der Vorwurf der Grausamkeit geheftet hat. Die in Folge derAufstände ausgeführten Gütereinziehungen brachten das Grundeigenthumfast ganz in normannische Hände, und von den angesehenen angelsächsi-schen Familien kamen viele in den Empörungen um oder flohen in dieFremde, während andere glücklich genug waren, zu den Normannen indas Verhältniß von Untervasallen zu treten. Die kleinen Grundbesitzergingen entweder in das Verhältniß der Hörigkeit über oder behieltenihre Güter unter dem Drucke schwerer Lasten. Der König aber sorgtefür seine Macht dadurch, daß er sich auch von allen Untervasallen hul-digen ließ und so die unmittelbaren Vasallen verhinderte, eine die