250 England und der Norden bis zum Ende des elften Jahrhunderts.
wie sie zu Anfang von Alfreds Regierung gewesen war, herbeiführten.Ein Krieg, den Ethelred mit Herzog Richard I. von der Normandiegeführt, war durch Vermittlung Papst Johanns XVI. beendet worden,der durch Uneinigkeit der beiden christlichen Fürsten des äußersten Nord-westens Angesichts der Unruhe der nordischen Heiden die Christenheitgefährdet sah. Unter Ethelreds nach Dunstans Tode schwacher Negierungkam keine geregelte Landesvertheidignng zu Stande. Die unmittelbarAngegriffenen, von den minder Bedrohten nicht unterstützt, suchten fürsich leidliches Abkommen mit den Feinden und schlossen sich theilweisederen Plünderungszügcn an, während die zur Abwehr getroffenen Maß-regeln durch Uneinigkeit und Selbstsucht vereitelt wurden. So griffman bald zu dem Mittel, das in dem sinkenden römischen Reiche gegendie andrängenden Barbaren gewählt worden war, den Feind durch Geldabzukansen. Der Erfolg war der gleiche wie bei den Römern. Nichtallein, daß ans diese Weise neue Feinde herbeigelockt wurden, auchdiejenigen, welche das Geld empfangen hatten, blieben im Lande undließen sich, wenn sie ihre Streifereien durch dasselbe auch anfgaben, alsGäste von den Einheimischen unterhalten. Der Tribut, der zu solchemZwecke unter dem Namen des Dänengeldes erhoben wurde, steigerte dieallgemeine.Unzufriedenheit. Zwar nahm Olav in England das Christen-thum an und gewann in Norwegen, wo sich Hako Jarl verhaßt gemachthatte, die Herrschaft. Aber während er dort, wie cs schon Hako derGute begonnen, für Verbreitung des Christenthums wirkte, blieben dieSchaaren, an deren Spitze er in England gekämpft, mit anderen zurVernichtung christlicher Cultur thätig. Da die allgemeine Auflösungkeine Abhülse gestattete und den Druck der Fremden immer fühlbarermachte, folgte Ethelred einem verzweifelten Rathe und ließ insgeheimden Befehl durch das Land tragen, an einem Tage alle angesiedeltenFremden, die man noch immer ohne Rücksicht ans ihre Herkunft Dä-nen nannte, zu ermorden. Der Plan, der sich auf die seit langer Zeit inOstangeln, Mercia und Northumbrien angesiedelten Dänen nicht er-streckte, kam im Jahre 1002 zur Ausführung. Inzwischen hatte Svennach Eriks Tode sein Reich Dänemark wieder gewonnen, sich mit EriksWittwe Sigrith verhcirathet, mit Eriks Sohne, dem schwedischen KönigeOlav Skotkonung oder Schooßkönig, dem schon ans dem Schooße derMutter die Huldigung der Schweden geworden war, den Olav Trpg-veson gestürzt und Norwegen mit dem Bundesgenossen getheilt. ImBesitze größerer Macht setzte er den Krieg gegen England als einenNachekrieg nun planmäßig fort. Im Jahre 1013 war es erobert undEthelred, der Herzog Richards I. Tochter Emma geheirathet, floh zuseinem Schwager Richard II. in die Normandie. Zwar starb Sven imJahre 1014, und Ethelred kehrte wieder. Als aber Svens Sohn