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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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248 England und der Norden bis zum Ende des elften Jahrhunderts.

züge hatten nicht ihren Grund bloß zum Theil in innern Fehden dervielen kleinen dortigen Könige, sondern sie wirkten, indem jeder einemder streitenden Theile Kräfte entzog, auf die Entscheidung jener Fehdenund halfen das Zusammenschmelzen der kleinen heimathlichen Gebietezu größeren Herrschaften herbciführen. Seitdem au der Mündung derSeine, in Ostangeln, in Mercia und in Northumbrien feste norman-nische Ansiedelungen entstanden waren, bildeten dieselben auch BollwerkeFrankreichs und Englands gegen die nachziehenden Stammgcnofsen, diesie nicht Behufs ihrer eignen Verstärkung in ihre Niederlassungen auf-nehmen konnten, und es wurde in der Heimath nun eine Nothwen-digkeit, sich einem durch Oberherrschaft einzelner Könige geordnetenStaatswesen zu fügen, zu dessen Begründung auch das Christenthum,das von Deutschland aus cindrang, wesentlich beitrug. So bildeten sichim Laufe des neunten Jahrhunderts schon die drei Reiche der Dänen,der Schweden und der Norweger, und aus Norwegen begann Seitensderer, die mit der neuen Ordnung unzufrieden waren, eine Auswanderungnach den Orknepinseln, den Färöern und der Insel Island, sowie auchRolf, der Gründer des französischen Normannenstaates, von dort anszog.Bei den Dänen fand jene Umwandlung gegen Ende des neunten Jahr-hunderts statt. Während die dänischen Könige, mit denen Karl derGroße und Ludwig der Fromme es zu thun hatten, Könige kleinererBezirke waren, war Gorm, dessen Königssitz zu Lethra auf der InselSeeland war, Herr eines Reiches, das die ganze dänische Halbinsel,die ostwärts davon gelegene Inselgruppe und die Landschaften Halland,Schonen und Blekingen im südlichen Skandinavien umfaßte. SeineHand lag schwer auf den sparsamen Resten von Ansgars kirchlicherPflanzung, und erst König Heinrich I., in dessen Zeit seine lange Negie-rung hineinreichte, brachte es dahin, daß er dem Christenthum wenigstensEingang gestattete. Sein Sohn Harald Blaatand oder Blauzahn suchteeine Verbindung mit den französischen Normannen anzuknüpfen und er-schien im Jahre 946 in der Normandie, wo er König Ludwigs Ver-such, sich nach dem Tode des Herzogs Wilhelm Langschwert bei Ri-chards I. Unmündigkeit des Landes zu bemächtigen, ungeachtet der Hülfedes deutschen Königs Otto I. vereitelte. Mit Mühe entledigten sich inder Folge bei einer zweiten Ankunft Haralds die französischen Normannender gefährlich werdenden Stammverwandten und Bundesgenossen. Da-für richtete Harald den Blick nach Norwegen. Hier war die Vereini-gung zu einem Reiche noch früher als in Dänemark, in der Mitte des neun-ten Jahrhunderts, durch Harald Haarfagr oder Schönhaar geschehen. Vondessen Söhnen behauptete sich anfänglich als Nachfolger der grausameErik Blodöre oder Blutart. Diesem aber stellte, da ihn Grausamkeitverhaßt machte, eine Partei im Reiche seinen bei König Athelstan er-