246 England und dcr Norden bis zum Ende des elften Jahrhunderts.
religiöse Bedeutung sich feststcllte, hier, wie später iu Ungarn und demitalischen Norinanncnreiche, seine eigentliche Würde, wodurch geradeeine selbstständige Entwicklung der nationalen Verhältnisse erst möglichwurde. ^
3. Groß, wie Karl der Frankenkönig, hatte in seinem kleinernReiche Alfred dagestanden, ein Hort der Gesittung. Was am Karolingi-schen Reiche sich gezeigt, zeigte sich auch am angelsächsischen, daß die derGesittung errungenen Vortheile ein Volk nicht vor neuem Verderbenschützen, sondern ihm nur die Kraft verleihen, ans neuen Gefahren soviel zu retten, daß cs einst das abermals Verlorene abermals erneuernkann. Wie seit Egbert schon fünf Könige aus seinem Hause gewesenwaren, blieb die Königöwürde auch in der Folge, ohne daß ein Gesetzdeshalb bestand, bei Alfreds Nachkommen, da das Verdienst der Vor-fahren ein Anrecht gab, und bei dem Bedürfnis) gesicherter Zustände dasForterbcn der Würde in dem einmal erhobenen Hanse die Gefahr innerenZwistes ferne hielt. Alfreds Sohn Eduard (901—924), der wenigstensdie kriegerischen Vorzüge des Vaters geerbt hatte, behauptete sich gegeneinen Sohn Ethelrcds, erhielt durch den Tod seiner Schwester Edclfledc, !die nach dem Tode ihres Gemahls Ethelred dessen Königreich Mercia ^beherrscht hatte, die Herrschaft über dieses Land und zwang darauf auch !die northumbrischen Dänen und die Britten in Wales, die ihn vereintbekriegt hatten, ihn anzuerkennen. Noch entschiedener konnte sich Athelstan(924—940) König von England nennen, der unächte Sohn Eduards,dem wegen der Unmündigkeit der ächten Söhne dcr Vorzug gegebenworden war. Er zog Northumbricn nach dem Tode des dortigen dänischenKönigs Sithrik ein, und auch Ostangeln, wo Guthrum noch bei AlfredsLebzeiten gestorben war, wurde fetzt mit dem Reiche vereinigt. DasErstarken seiner Macht brachte eine große Vereinigung gegen sie zuwege,und der Sieg, den er über dieselbe davontrug, umgab ihn nur mithöherem Ansehn. Von Sithriks Söhnen war Anlaf nach Irland, woebenfalls dänische Niederlassungen bestanden, geflohen. Er brachte eineVereinigung der irischen und englischen Dänen zu Stande. Auf seineSeite trat Constantinus, ein König der Schotten, die durch Ucberwindungder Pikten das herrschende Volk im nördlichen Theile dcr Insel gewor-den waren. Auch die Britten aus Cumberland schlossen sich an. Dcrgroße Sieg bei Brunabnrg im nordöstlichen Mercia im Jahre 938 zer-sprengte die Verbindung und befestigte den Thron Athelstans, von dessenAnsehn im Auslande Zeugnis) gibt, daß er durch seine drei SchwesternOgiva, Edhilde und Editha mit Karl dem Einfältigen, Hugo dem Weißenund Otto I. verschwägert war. Ihm folgten, da er kinderlos war, vonEduards ächten Söhnen erst Edmund (940 — 946), und da bei dessenTode seine Söhne Edwp und Edgar noch unmündig waren, Edred