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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
Entstehung
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England und der Norden bis zum Ende des elften Jahrhunderts. 245

pflege unter den Vorstehern der Shires, den Thauen oder Aldermannen,wieder in's Leben und sie erhielt eine feste Grundlage, indem die Ge-setze, die in einzelnen der sieben Reiche schon vor Egbert bestanden hat-ten, von Neuem gesammelt wurden und eine für Angelsachsen undDänen verbindliche Kraft erhielten. Die in Trümmer gesunkenen Städteerhoben sich wieder, Burgen wurden zur Beschützung des Landes ge-gründet, und während die Vorsteher der Verwaltung und Rechtspflegedie Bevölkerung ihrer Bezirke zur Vertheidigung zusammenzuziehenhatten, bildete sich der König auch noch eine besondere Dienstmann-schast aus Friesen, Britten, Schotten und Armorikcrn. Indem so in dasGeleise eines geordneten Lebens von Neuem eingelenkt wurde, blühte derAckerbau wieder auf und beschäftigte gleichmäßig die Hände der bisherigenFeinde, wie der durch die allgemeine Zerrüttung zum Räuber- und Aben-teurerleben getriebenen Einheimischen. Der Verwilderung zu stenern, er-richtete Alfred, da die kirchlichen Einrichtungen fast zu Grunde gegangenwaren, Kirchen, Klöster und Schulen, damit das Leben sich auf geistigerGrundlage wieder erbaute. Die Geistlichkeit, unter welcher ein unkirchlichesLeben eingeriffen war, ergänzte sich durch Personen, die Alfred ausFrankreich berief, und aus solchen, die er aus seinem Lande dorthin zuihrer Ausbildung sandte. Im allgemeinen Verfall hatten viele Geist-liche das Gesetz des Cölibats verlassen und bei dem Mangel an Geistlichenhatten die Bischöfe bei Ertheilung der Weihen den Forderungen derkirchlichen Zucht nicht Geltung zu verschaffen vermocht. Allmälig wurden,wie ein neues Geschlecht erwuchs, diese Forderungen wieder zur Aner-kennung gebracht. Das bedeutsamste Heilmittel lag aber in dem Kampfegegen die cingerissene Unwissenheit. In diesem Kampfe ging Alfred,der sich durch Anstrengung auf die Höhe der Bildung seiner Zeit erhobund seine Zeit strenge zwischen Gebet, Ruhe, Regierungsgeschäfte undgelehrte Arbeit theilte, voran durch Uebersetzung lateinischer Werke unddurch Sorge für Unterricht und Ausbildung in der angelsächsischenSprache. Das so in der Erneuerung begriffene Land knüpfte auch dieVerbindung mit Rom wieder an und die dort für Angelsachsen bestehen-den Lehranstalten, zu deren Unterhaltung schon früher die Abgabe dessogenannten Peterspfenuigs erhoben worden war, erfreuten sich der Für-sorge des Königs. So trat das Land der Angelsachsen, setzt gewöhnlichEngland genannt, nachdem es aus dem Kreise der Christenheit fast aus-geschieden gewesen, wieder ein in den Kreis der abendländischen Staa-ten, die außerhalb der kaiserlichen Staatengruppe gelegen, von Nomals dem kirchlichen Mittelpunkte die oberste Leitung ihrer Angelegen-heiten empfingen und dadurch auf dem Wege einer christlichen Entwick-lung erhalten wurden. Weit entfernt, dadurch seine nationale Selbst-ständigkeit zu verlieren, gewann dadurch das Königthum, indem seine