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Frankreich bis zum Ende des elften Jahrhunderts.
schon bei des Vaters Lebzeiten die Krone hatte zuwenden wollen. DerGraf Odo, gewöhnlich benannt nach dem ihm neben vielen andern gehö-rigen Gebiete von Champagne oder Campania, welches sich aus der Graf-schaft Vcrmandois ausgesondert hatte, ließ sich gegen den König zuGunsten Roberts bewaffnen, doch mit Hülfe des Normannenhcrzogs Ro-bert II., des Teufels, der seinem Bruder Richard III., dem älteren SohneRichards II. gefolgt war, behauptete sich Heinrich, und sein BruderRobert erhielt nun Burgund, während der Normanncnhcrzog mit einemTheil der Grafschaft Verin oder Vulcassinum zwischen der Oise oder Hisaund der Epte belehnt wurde. Odo aber fand in Verfolgung der An- >spräche, die er auf das burgundische Reich machte, Gelegenheit zu neuerThätigkeit und baldigen Tod. Für den König war der Kampf umdie Krone noch nicht vorüber, da die Söhne des Grafen Odo, welchedie Besitzungen ihres Vaters getheilt hatten, statt seiner den blödsinnigenOdo auf den Thron erheben wollten. Nur mit Hülfe des GrafenGottfried von Anfon, dem dafür die bisher mit Blois und Chartresverbunden gewesene Grafschaft Touraine oder das Land der Turonenzugesagt wurde, rettete Heinrich zum zweiten Male seine Krone. DenVasallen Franciens nicht gewachsen, suchte Heinrich Gelegenheit, durchGewinnung von unmittelbarem Gebiete seine Macht zu erhöhen. ZweiVersuche dieser Art mißlangen. Zu einem Angriffe auf Lothringenlockte ihn die Auflehnung Herzog Gottfrieds gegen Heinrich HI-, alleinals Kaiser Heinrich bei einer Zusammenkunft zu Jvoi am Flusse Chierim Jahre 1056 nach der damaligen Sitte, welcher das Ergebniß einesZweikampfes für ein Gottesurtheil galt, sich zu einem Zweikampfe erbot,entfernte er sich und gab den Anspruch auf. Zu einem Angriffe aufdie Normandie, wo Roberts II. unächter Sohn Wilhelm regierte, ge-wann er den Beistand vieler Großen ans Francien, Burgund und demSüden, die den Normannen als Fremdlingen den Besitz ihres Gebietesmißgönnten. Doch wie Wilhelm mit List und Grausamkeit seine Herr-schaft gegen alle Gegner im Lande behauptet hatte, vertheidigte er sieauch siegreich gegen Heinrich und dessen Bundesgenossen. Mitten indem auch unter Heinrich ungeschwächt fortdauernden Fehdewesen machtensich kirchliche Bemühungen geltend, dem gequälten Lande Ruhe zu ver-schaffen. Schon im Anfänge seiner Negierung, als nach drei unfrucht-baren Jahren die Gemüther durch die erlittene Noch erschüttert unddurch wiederkehrende Fruchtbarkeit zum Danke gegen Gott aufgefordertwaren, begann man in Aquitanien Versammlungen zu halten, auf welchenman sich zu Einstellung der Fehden, zu Beobachtung eines Gottesfriedensverpflichtete. Doch da die Gewohnheit immer wieder zu Ausbrüchen derKampfeslust hinriß, verfiel man auf das Mittel, das, was man nicht ab-schaffen konnte, durch Beschränkung zu mildern und an die Stelle des un-