Frankreich bis zum Ende des elften Jahrhunderts. 231
gefunden, behauptete sich der König bis zum Jahre 954 unter schwieri-gen Verhältnissen. Gerade seine Thaikraft bewog die Großen, gegenihn eine feindliche Stellung eiuzunehmeu. Einen Rückhalt gegen siegedachte auch er an Lothringen zu finden, wo sich gegen den vielfachdurch Empörung beschäftigten deutschen König Otto eine Gegenparteierhoben hatte. Dadurch ward Otto, nachdem er die Empörungen inDeutschland bemeistert, der Bundesgenosse der französischen Vasallen gegenihren König, wie mit diesem die aufrührerischen Vasallen des deutschenKönigs in Verbindung getreten waren. Auf der Seite Ludwigs standvon seinen Vasallen nur des verstorbenen Rudolf Bruder, Herzog Hugovon Burgund, der Schwarze genannt, wegen der Feindschaft, in welcherer sich gegen den nach Burgund verlangenden Hugo den Weißen vonFrancien befand. Als Otto im Jahre 040 in Frankreich eingedrungcnwar und zu Attigup oder Attiuiacum den Lehenseid von Hugo vonFrancien und Heribert von Vermandois empfangen hatte, sah er sichdurch Bewegungen in dem unruhigen Lothringen zur Rückkehr genöthigtund begnügte sich damit, Hugo den Schwarzen zum Frieden mit Hugodem Weißen, dem derselbe einen Theil Burgunds hatte abtreten müssen, zuverpflichten. Als nun während der immer noch fortdauernden Kämpfezwischen Ludwig und seinen Vasallen Papst Stephan VIII., um dieRuhe im Lande hcrzustelleu, die Vasallen unter Androhung des Banneszur Unterwerfung aufforderte und die beiden Schwestern Otto's, vondenen Gerberga an Ludwig, Hadwig an Hugo den Weißen nach demTode einer angelsächsischen Gemahlin vcrheirathet war, für Beilegungder Feindseligkeiten wirkten, begann auch Otto sein Ansehen zur Aufrecht-haltung des schwankenden Karolingischen Thrones in Frankreich zu ver-wenden. Doch endigte der Kampf, in dessen Verlaufe Otto erst selbst demKönig Ludwig in die Normandie zu Hülfe geeilt war, dann seinen Schwie-gersohn, Herzog Konrad von Lothringen, zweimal mit einem Heere gegenHugo in Frankreich hatte einrücken lassen, nicht eher, als im Jahre 950,da Hugo der Weiße den König, dessen Besitz auf das Gebiet von Laonbeschränkt worden war, der sich aber durch Muth und Tapferkeit in Achtunggesetzt hatte, wieder als Lehenöherrn anerkannte. Ein Versuch des Königs,nun auch im Süden seine Lchenshoheit zu begründen, hatte wenig Er-folg , und Versuche, den Tod Wilhelms von der Normandie bei derUnmündigkeit seines Sohnes Richard, sowie den Tod Heriberts II. vonVermandois und die Thcilung seiner Besitzung unter seine Söhne zuGewinnung von Gebiet zu benutzen, waren schon früher gescheitert.Ludwig endigte sein vielbewegtes Leben im dreiunddreißigsten Jahre,nachdem noch kurz vorher neue Madscharenzüge die Gegenden an derMarne oder Matrona und das aquitanische Land verheert hatten. Wieseine Regierung, war auch die seines Sohnes Lothar (954—986)