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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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2Z0 Frankreich bis zum Ende des elften Jahrhunderts.

Gerade das Gelingen dieser Unternehmung bereitete dem König inGiselbert, der seine eigenen Hoffnungen auf die lotharingische Herzogs-Würde zu verlieren fürchtete, einen Feind im Lande, und da ein Ver-trauter des Königs, Hagano, entschiedene Maßregeln zur Dcmüthigungder großen Vasallen einleitete, bildete sich im Norden des Reiches,wahrend der ohnehin abgesonderte Süden ruhig zusah, eine Verbin-dung, worin Robert, Odo's Sohn, Herzog des von Burgund biszur Normandie ausgedehnten und von der Seine und der Loire oderdem Liger durchflossenen Franciens, und Odo's Schwiegersohn, HerzogRudolf von Burgund, der Sohn Richards, die Mächtigsten waren.Karl mußte aus der Stadt Laon oder Landunum, die sein gewöhnlicherAufenthalt war, nach Lothringen fliehen, und Robert wurde im Jahre 922in Rheims, das französische Krönungsstadt blieb, gekrönt. Doch vonLothringen aus rückte Karl wieder vor, schlug Robert im Jahre 923bei Soissons oder Suessiones an der Aisne oder Arona, ward aber,nachdem Robert eben auf dem Schlachtfeldc gefallen, von dessen SohnHugo, der herbeigeeilt war, selbst geschlagen und mußte, da die um Hülfegebetenen Normannen an der Vereinigung mit ihm gehindert wurden,über die Maas zurückgehen. Nun wurde Herzog Rudolf zum Königegewählt. Karln aber lockte der Graf Heribert II. von Vermandois inseine Hauptstadt St. Quentin und behielt ihn in Chateau Thierry oderdem Castell Theodorichs gefangen. Seine Gemahlin Ogiva fand mitihrem Sohne Ludwig eine Zuflucht bei ihrem Bruder, dem Könige Athel-stan von England.

2. Dem neuen Könige weigerten die Anerkennung außer dem Südendie Lothringer und die Normannen, während streifende Züge der Mad-scharen über Frankreich nicht minderes Elend, als einst die Normannen,brachten. Lothringen ging an Deutschland, das unter König Heinrich sichzu erheben anfing, verloren. Aber nach Karls Tode im Jahre 929gelang es dem König Rudolf, in dem ganzen übrigen Reiche mit Aus-nahme der jenseits der Pyrenäen gelegenen Gebiete, wenn auch nichtseine Macht geltend zu machen, doch Anerkennung zu finden. Sein Todim Jahre 936 gestattete noch einmal eine Herstellung der KarolingischenFamilie. Der aus der Mitte übermächtiger Vasallen hervorgegangeneKönig Rudolf war vielfach mit denen, die einst ihm gleich gewesen, inEntzweiung gerathen. Um so leichter wurde es dem Könige Athelftan,den zweiten Normanneuherzog Wilhelm Langschwert zu gewinnen, unddurch diesen unter den Großen im Norden des Reiches eine Partei fürLudwig zu bilden. Ludwig IV., wegen seines Aufenthaltes in Englandder Ueberseeische, Ultramarinus, genannt, empfing in Boulogne oderBononia die Huldigung der Großen seiner Partei und in Laon dieKrone. Mit mehr Thatkraft, als seit lange sich in seiner Familie