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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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232 Frankreich bis zum Ende des elften Jahrhunderts.

ungeachtet angestrengter Thätigkeit ohne Erfolg für die Herstellungköniglicher Macht. Hugo der Weiße griff nur deswegen nicht nach derKrone, weil er ohne dieselbe seine Macht leichter zu befestigen gedachte.Er ließ daher zu, daß Lothar zum Könige gewählt und in Nheimö ge-krönt wurde, bedung sich selbst aber außer Francien noch Burgund undAquitanien. Die Besitznahme Aquitaniens mißlang durch die Verthei-digung des dortigen Herzogs Wilhelm. Als Hugo im Jahre 960 starb,und Francien an seinen gleichnamigen ältesten Sohn Hugo überging,erhielt sein zweiter Sohn Otto Burgund insgesammt, da er auf denAntheil, welchen Hugo der Schwarze behalten, sich durch Vermählungmit dessen Schwester und Erbin Ansprüche erworben hatte. So legtedie Nachkommenschaft Odo's den Grund zu der Macht, auf welcher siespäter die Königsmacht neu aufbauen sollte. Während dessen mißlangenVersuche des Königs Lothar auf die Normandie und auf Flandern.Ebenso ging es mit Angriffen, die er nach Otto's I. und Otto's H. Todeans Lothringen machte, obschon Otto II. die französischen Ansprüche aufLothringen dadurch zu beschwichtigen gesucht hatte, daß er Lothars Bruder-Karl, der nach Ludwigs Tode gar nicht berücksichtigt worden war, mitdem Herzogthume Nicderlothringen belehnte. Als Lothar starb, wurdesein Sohn Ludwig V., mit dem er schon einige Jahre den königlichenNamen getheilt hatte, zu Compiegne oder Compendium gekrönt. Alsaber auch er im Jahre 987 starb, und sein Oheim Karl, der sich alsdeutscher Vasall den Franzosen entfremdet halte, seine Ansprüche nichtgeltend machte, versammelte Hugo von Francien, nach einer Kleidung, dieer als weltlicher Abt eines Klosters trug, Capet genannt, mit Zustim-mung seines Bruders Heinrich, der in Burgund auf Otto gefolgt war,und des Normanneuherzogs Richard, der mit seiner Schwester Emmavermählt war, seine Vasallen zu Nopon oder Noviomagus, ließ sichvon ihnen als König anerkennen und empfing zu Rheims Krönung undSalbung.

3. Der Uebergang der Herrschaft von den Karolingern auf einwirklich französisches Geschlecht machte zwar, da sie in demselben erlichwurde, den Kämpfen um die Königswnrde ein Ende, aber in dem Zu-stande Frankreichs ging einstweilen keine sehr große Veränderung vor.Wenn auch Hugo und seine Nachkommen als Herzoge von Francien einefeste Grundlage für ihr Bestehen hatten, so kostete die Gewinnung einesköniglichen Ansehns mehr als ein Jahrhundert hindurch noch so vieleKämpfe, daß das Reich weder in Beziehungen nach Außen als einGanzes erschien, noch im Innern die Vortheile einer wirklichen Einheitgenoß. In diesen Kämpfen unterschieden sich die Könige noch wenigvon den großen Vasallen, denen sie cntgegenstanden, und ihre Anord-nungen, die meist der Bestimmung der Lehensverhältnifse galten, waren