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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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218 Das deutsche Reich bis zum Eudc des elften Jahrhunderts.

erhielt auf Hanno'ö Veranlassung der gewandte, wcltkluge ErzbischofAdelbert von Bremen Antheil an der Regierung. Diesem gab im Jahre1063 ein Kriegszug, der nach Ungarn, wo nach Peters endlichem Sturzevon zwei Schwestersöhnen Stephans erst Andreas, dann Bela gefolgtwar, Andreas' Sohn, Salomo, den Bräutigam von Heinrichs Schwester-Judith, als König einführen sollte, die erwünschte Gelegenheit, den Königan sich zu fesseln, indem er denselben mit den größten Vorstellungenvon königlicher Machtvollkommenheit erfüllte und ihn so zu ungebun-denem Leben verleitete. So mächtig wirkte auf die Fürsten der Kirchedas theils als Grundlage ihrer geistlichen Wirksamkeit nöthig erschei-nende, theils ihrem in Staatshändeln verweltlichten Sinne zusagendeBemühen um Landbesitz und Herrschermacht, daß der Mann, der eifrigfür die Verbreitung des Christcnthums im Norden wirkte, seinen aufdem Boden des Lehenswesens entstandenen Plänen die Sittlichkeit desminderjährigen Königs zum Opfer brachte. Im Jahre 1065 wurdeHeinrich zu Worms durch die Schwertlcite oder Verleihung desSchwertes mündig erklärt. Doch blieb die Regierung noch in AdelbcrtsHänden, bis eine Bewegung unter den mit ihm unzufriedenen Großenauf einem Reichstage zu Tribur im Jahre 1066 Hanno an seine Stellebrachte, der seinerseits im Jahre 1068 wieder dem Adelbert wich, umnach dessen abermaligem Rücktritt im Jahre 1070 noch einmal bis zumJahre 1072, in welchem Adelbert starb, die Sorgen der Reichsver-waltung zu tragen.

17. Im Jahre 1072 begann die eigentliche Selbstregiernng desKönigs. Dieser hatte sich inzwischen schon verächtlich und verhaßtgemacht. Seine Gemahlin Bertha, die Tochter eines Markgrafen vonSusa, die schon der Vater ihm verlobt, hatte er nur auf dringendeVorstellungen der Fürsten als Gemahlin anerkannt und dessenungeachtetsie von sich entfernt gehalten. Sein Hof zu Goslar war ein Schau-platz von rohen Ausschweifungen. In der Regierung war die größteWillkühr eingerissen. Mit den Sachsen hatte ihn schon Adelbert ver-feindet, der durch seine Bemühungen um eigene Macht mit Herzog Ordulf,einem Sprößlinge der Billnngischen Familie, in mannigfachen Zwistgerathen war und stets die Unterstützung des Königs gefunden hatte.Nach Ordulfs Tode ließ Heinrich sogar, um das Hcrzogthnm nicht, wiees bisher seit Otto I. gewesen, erblich bleiben zu lassen, dessen SohnMagnus gefangen nehmen. In gleicher Weise säete er Feindschaft beiden Sachsen, da er den sächsischen Herzog von Baicrn absetzte und dasLand an Welf verlieh, der von einer Schwester des letzten kärnthnischenWelf und einem ligurischen Markgrafen Azzo von Este abstammte.Dazu kam der Unwille, welchen die Verpflichtung, den Hof zu Goslarzu unterhalten, bei den Sachsen erregte. Daß Heinrich in ihrem Lande,