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Das deutsche Reich bis zum Ende des elften Jahrhunderts.
als Ernst auch sein Herzogthum verloren hatte, aber immer noch in denGegenden des Schwarzwaldes sich in Aufstand gegen den Kaiser zu be-haupten suchte, mit einer Niederlage, die er durch die gegen ihn aufge-botencn Truppen an der oberen Donau in der sogenannten Baar imJahre 1030 erlitt und die ihn das Leben kostete. Als nun im Jahre1032 Rudolf starb, regte sich ein anderer Bewerber, der westfränkischeGraf Odo von Campania, dessen Mutter ebenfalls eine Schwester Ru-dolfs gewesen war. Doch Konrad ruckte von Straßburg aus überBasel und Solothurn in Burgund ein, empfing in Peterlingen von denburgundischen Großen, die so ihr Recht wahrten, die Herrschaft desLandes und hatte dasselbe im Jahre 1034 auch thatsächlich in seinerGewalt. Seitdem gehörte Burgund zum deutschen Reiche, nicht wieItalien als besonderes Reich, sondern als deutsches Lehen betrachtet, sodaß seine Grafen auf den deutschen Reichstagen erschienen. Der Ver-band blieb, obgleich hier nicht, wie in Deutschland, zwischen dem Kaiserund den Grafen die Herzoge standen, ein loser, da längst die Grafen,für welche das Gegengewicht weltlich mächtiger Bischöfe fehlte, demHerrscher gegenüber eine fast unabhängige Stellung eingenommen hatten,und in dem größtentheilö romanischen Lande die Herren mit Herren deswestfränkischen Reiches in Verbindungen traten, wodurch das Anschließenvon Landestheilen an jenes Reich befördert wurde. Während auf die-ser Seite das Reich gemehrt, auch die Herrschaft über die Böhmen unddie nordwestlichen Slaven behauptet wurde, begleiteten den Kaiser inseinen Unternehmungen gegen Dänen, Polen und Madscharen nicht gleicheErfolge. Den Dänen wurde zur Herstellung eines friedlichen Verhält-nisses die Mark Schleswig abgetreten, so daß die Eider wieder zurGrenze ward. In Polen wurde zwar, nachdem Boleslaw sich gegenden Willen Heinrichs II. und ohne Erlaubniß des Papstes zum Königehatte krönen lassen, dessen Sohn Mieszyslaw II. zum Nufgcben desköniglichen Titels bewogen, aber, wenn auch innere Unruhen den Fürstenan Auflehnung gegen das Reich verhinderten, war des Reiches Hoheitüber Polen nur ein Schatten. Ein Krieg gegen König Stephan führteebenfalls zu keinem bedeutenden Ergebniß, da das Verhältniß zu Böhmenund Polen dessen baldige Beilegung erheischte. Im Innern verfolgteKonrad sowohl in Deutschland als in Italien mit klug berechnendemSinne den Plan, die Herrschergewalt durch Niederdrücken der Zwischen-gewalten zu steigern. In Deutschland, wo schon die sächsischen Kaisereine Verleihung der Herzogtümer an solche Fürsten, die nicht in den-selben einheimisch waren, begonnen hatten, suchte er die herzogliche Würdenach Möglichkeit in Abgang zu bringen, und im Laufe seiner Negierungkam Franken unter seine unmittelbare Verwaltung, und die beidenHerzogtümer Alemannien und Baiern verlieh er bei eingetretener Er-