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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das deutsche Reich bis zum Ende des elften Jahrhunderts. 209

deutschen Reiches berufen, da daS Bedürfnis), der Negierung Festigkeitzu geben, den Bemühungen der Herrscher, die Krone auf ihre Nach-kommen zu bringen, entgegeukam. Eine Reihe von vier fränkischenKönigen, die als Franken nach dem ehemals ruhmreichsten Stamme derFranken auch Salier genannt wurden, herrschte ein volles Jahrhunderthindurch. Sie verfolgen den Plan, die Herrschcrmacht zu einer möglichstunbeschränkten auözubilden, hinterlafscn aber, nachdem Anfangs Erfolgihre Schritte begleitet hat, das deutsche und das italische Reich in einemZustande, in welchem sich die Keime einer neu beginnenden, mit ihremStreben in Widerspruch stehenden Ordnung regen. Zugleich beginntunter ihnen, nachdem Anfangs ihre Macht der Kirche zu Statten ge-kommen ist, ein Kämpf zwischen der Kirche und der weltlichen Gewalt,dessen Ergebnisse eine über die Grenzen deS deutschen und italischenReiches hinausgreifcnde Bedeutung haben.

13. Nachdem Konrad sich in Deutschland befestigt hatte, mußte erin Italien zu erscheinen eilen, da dort nach Heinrichs II. Tode sichunter den Großen eine Partei regte, welche in Frankreich einen Be-herrscher des Landes suchte. Der an der Spitze der entgegengesetzten,der deutschen Partei stehende Erzbischof Heribert von Mailand erschienselbst im Jahre 1025 vor Konrad zu Constanz, um ihn zu dem Zugeüber die Alpen einzuladen. Seine Ankunft in Italien entschied denSieg der deutschen Partei und das Verbleiben der italischen Königs-Würde, sowie der Kaiserwürde, bei den Herrschern des deutschen Reiches.Mit einem Nachdrucke, wie ihn Italien noch nicht empfunden hatte,wurden in den Jahren 1026 und 1027 die dortigen Verhältnisse geord-net. Nachdem im nördlichen Italien jedes Widerstreben niedergeschla-gen war, erhielt der König mit seiner Gemahlin in Rom durch PapstJohann XIX., den Nachfolger und Bruder Benedicts VHI., die Kaiser-krone, unterdrückte eine gegen die Deutschen daselbst ausgebrochene Meu-terei und wandte sich dann nach dem südlichen Italien, um die longo-bardischen Fürsten in Pflicht zu nehmen und dem normannischen AnführerNainulf den Besitz der Grafschaft Aversa, welche er von dem Herzogevon Neapel erhalten hatte, zn bestätigen. Nach seiner Rückkehr überdie Alpen beschäftigten ihn die Angelegenheiten Burgunds. Währender den Anspruch, den ihm auf dieses Land der Vertrag seines Vorgän-gers mit Rudolf III. gab, geltend machte, erstand ihm ein Gegner inseinem Stiefsohne Ernst. Konrad war vermählt mit Gisela, die auseiner Ehe von Rudolfs Schwester Gerberga mit Herzog Hermann H.von Alemannien stammte. Diese war aber vorher mit Hermanns Nachfol-ger Ernst I. vermählt gewesen und ein Sohn dieser Ehe war der nun-mehrige Herzog Ernst II. von Alemannien, der seiner Abkunft nach aufBurgund Anspruch machte. Die dadurch entstandenen Unruhen endeten,

Kiesel, Weltgeschichte. II. ^