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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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208 Das deuischc Reich bis zum Ende des elften Jahrhunderts.

ihm, da er ohne Erben war, auf den Fall seines Todes die Nachfolgezu. Der Vertrag wurde im Jahre 1016 in Straßburg geschlossen, undda er bei den Vasallen, ohne deren Zustimmung er geschlossen war,Widerspruch fand, namentlich der westfränkische Graf Odo von Cam-pania, der durch seine Mutter Bertha, eine jüngere Tochter Konrads,in gleich nahem Verwandtschaftsverhältnisse stand, Anspruch auf die bur-gundische Krone machte, rückten Heinrich und der Bischof von Straßburgin das Land und nöthigten die Widerstrebenden zur Ruhe, worauf imJahre 1018 Rudolf und die Großen seines Landes dem Kaiser in MainzKrone und Scepter übergaben.

12. Als mit Heinrich II., der kinderlos gestorben, die Familie dersächsischen Könige und Kaiser erloschen war, hatte sich der Gedanke andie Einheit des Reiches bereits so sehr befestigt, daß eine förmliche Wahldurch sämmtliche deutsche Stämme zu Stande kam. Ohne einen ge-meinschaftlichen Herrscher ließ sich an Ausbildung eines Staatslcbensnicht denken. Die Gewohnheit, Streitigkeiten des Besitzes durch ge-waffnete Selbsthülfe zu entscheiden, ja den Besitz nach Maßgabe derin der Dicnstmannschaft beruhenden Kraft auszudehnen, war so allge-mein, daß ohne einen neuen König ein Zustand gleich dem in der Völker-wanderung erzeugten nicht ausbleiben konnte. Hatten doch die bisherigenKönige, welche jenem Unwesen, dem Faustrecht oder Fehderecht, zu steuernversucht, nur durch persönliches Einschreiten und nur vorübergehend fürdie einzelnen Fälle zu steuern vermocht. Die Bischöfe, welche die eigent-lichen Träger der auf Ordnung zielenden Bemühungen waren und so-wohl für die Kirche als für sich von der Willkühr der Herzoge zufürchten hatten, betrieben die Wahl, und nachdem die Herzoge sich viel-fach wechselseitig beschickt hatten, kamen große Heerhaufen aus allen achtHerzogthümern, Böhmen eingerechnet, oberhalb Mainz an beiden Uferndes Rheines zusammen. Nach vielfachen Verhandlungen richteten sich dieBlicke auf zwei Franken, beide Konrad genannt, beide Urenkel von Otto'sl.Schwiegersohn Konrad, beide Neffen des Papstes Gregor V., von denender jüngere dadurch, daß er dem älteren wich, die Gefahr einer zwiespäl-tigen Wahl beseitigte. In Mainz wurde durch den Erzbischof Aribo, derbei den Wahlvcrhandlnngen vorzüglich thätig gewesen war und überallausgleichend und beschwichtigend gewirkt hatte, die Krönung vorgenom-men, und darauf in Aachen der neue König auf den Stuhl Karls desGroßen gesetzt. Nun durchzog Konrad die Länder Sachsen, Franken,Baiern und Alemannien, um überall durch seine Anwesenheit das könig-liche Ansehen zur Geltung zu bringen. Der Erfolg war der Art, daßdie Erscheinungen aus den ersten Zeiten der sächsischen Könige sich nichtwiederholten, und schon im Jahre 1025 die neue Herrschaft begründet da-stand. Es war somit eine neue Herrscherfamilie auf den Thron des