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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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204 Das deutsche Reich bis zum Ende des elften Jahrhunderts.

enthielt sich auch nicht feindlicher Angriffe auf Böhmen und die Mark-grafschaften Meißen und Lausitz, und weigerte die Heeresfolge. Es warvergebens, daß Heinrich sich mit einem Feinde im Rücken der Polen,den damals zuerst im Gesichtskreis der deutschen Geschichte erscheinenden,ebenfalls slavischen Volke der Russen, unter dem Fürsten Jaroslaw zuNowgorod, verband. Besser gelang Heinrich II. die Behauptung ver-deutschen Oberhoheit in Böhmen. Auf den frommen Bolcslaw II. warhier der älteste seiner drei Söhne, der wilde Boleslaw III., gefolgt.Seine Wildheit brachte Wirren hervor, die dem polnischen BoleslawGelegenheit gaben, sich des Landes zu bemächtigen. Dasselbe wurdedurch Heinrich II. befreit und, da Boleslaw III. durch seinen polnischenGegner geblendet worden war, ging die Herrschaft unter deutscher Mit-wirkung auf den zweiten Bruder Jaromir, und als zwischen diesem unddem dritten, Ulrich, ein Krieg entstand, auf Ulrich über. Die Verhältnissezu Polen und Böhmen waren sehr glücklich in Beziehung auf die Ver-suche des Heidenthums, sich bei den nordwestlichen Slaven nach Otto's I.Angriffen, wie einst nach denen Karls des Großen, wieder zu erheben.Nicht allein, daß dasselbe an den östlicheren Völkern keinen Rückhaltfand, diese leisteten Otto II. und Otto III. auch Beistand in der Unter-drückung der zu Gunsten des Heidenthums entstandenen Bewegung. Aufdie Madscharen begann Deutschland unter Otto II. Einfluß zu übendurch Boten des christlichen Glaubens, die aus ihm, namentlich unterLeitung des Bischofs von Passau, dahin zogen. Geisa, das Oberhauptaller Horden, Urenkel Arpads, unter dessen Führung die Einwanderungstattgefunden hatte, war schon durch seine christliche Gemahlin bewogenworden, dem Christenthume, das zuerst von Constantinopel her bekanntgeworden war, nicht feindlich zu sein, und nahm bald die Taufe an.Entschiedenen Fortgang hatte die Bekehrung unter seinem Sohne, Ste-phan dem Heiligen, der mit Gisela, einer Tochter Heinrichs des Zänkers,vermählt war. Er begünstigte deutsche Ansiedelungen im Lande, besiegteden Widerstand, den das Heidenthum seinen Anordnungen leistete, undwurde im Jahre 1000 von Papst und Kaiser als König anerkannt, wo-durch ausgesprochen war, daß sein Volk ein Glied der Christenheit ge-worden und in staatliche Ordnung eingetreten sei.

11. Im nördlichen Italien begann das alte Spiel aufrührerischerGroßen nicht wieder. Die Begründung vielfacher Immunitäten, beson-ders in den Händen der Bischöfe, wies den Machthabern kleine Kreisean, innerhalb deren sie sich recht zu befestigen suchten. Zugleich bildetensich hierdurch die Grundlagen eines städtischen Gemeindelebens. Dennindem Städte solche Immunitäten wurden, verschmolzen mit der darinheimischen freien Bevölkerung allmälig die darin angesiedelten Dienst-leute durch die gemeinschaftliche Gerichtsbarkeit unter dem Vogte des