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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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202 Das deutsche Reich bis zum Eude des elften Jahrhunderts.

zu erheben, wozu auch Adelbert durch den Versuch, von dort Hülfe zurHerstellung der väterlichen Herrschaft zu gewinnen, beitrug. Otto da-gegen beabsichtigte, ganz Italien seiner Herrschaft zu unterwerfen. Dielongobardischen Herzogtümer, die im Anschließen an das oströmische Reichsich der fränkischen Herrschaft entzogen hatten, beugten sich. Nnerobertblieben nur die oströmischen Besitzungen, zu welchen während des zehn-ten Jahrhunderts ein Theil Apuliens unter dem Namen Longobardiagekommen war, und die saracenischen Ansiedlungen in Tarent und amBerge Garganus. Otto gedachte die oströmischen Landschaften, nachderen Besitznahme er leicht über die Saracenen Herr werden konnte,durch eine Vermählung seines Sohnes Otto, den er schon zum Mitkaiserhatte krönen lassen, mit einer oströmischen Kaiserstochter zu gewinnen.Eine Gesandtschaft, die in Constantinopel um die Hand der Tochter desvorigen Kaisers Romanus und Stieftochter des Nicephorus, der Theo-phania, anhielt, fand schlechte Aufnahme und der Krieg in Italien dauertefort, da man den Adelbert unterstützte. Als in einem Aufstande Nice-phorus umgekommcn und Johannes Tzimisces an seine Stelle getretenwar, kam die Vermählung zu Stande, aber die Gebietsabtretung erfolgtenicht. Otto kehrte im Jahre 972 aus Italien zurück und starb im Jahre973 zu Memleben, nachdem er kurz vorher in Quedlinburg einen Reichs-tag gehalten hatte, bei dem sich die Fürsten von Böhmen und von Po-len, sowie Gesandte von Oströmern, Madscharen, Bulgaren, Slavenund Dänen eingefunden. Wie dem ersten Kaiser, wurde auch ihm derName des Großen beigelegt.

10. Die Krone des Reiches ging nicht bloß auf Otto II. (973 bis983), sondern auch auf dieselbe Weise, wie sie diesem verschafft wordenwar, auf dessen Sohn Otto III. (983 1002) über und erhielt sichnach dessen Tode in dem sächsischen Hause, indem nach mehrfachen Käm-pfen und Verhandlungen mit den einzelnen Stämmen Herzog Heinrich IH.von Baiern, der Enkel von Otto's des Großen Bruder, sie gewann, derals König Heinrich II. heißt (10021024). Das Streben, aus demWahlreiche ein Erbreich zu bilden, rückt im Laufe der Regierungen säch-sischer Könige nicht weiter, und die Einheit des Reiches, die auf derMacht seiner Regenten beruht, ist am Schluffe ihrer Regierungen ehergemindert als gemehrt, da für Bestimmung der Nachfolge in den Herzog-thümern sich oft, am entschiedensten in Baiern, die Wahl des Volkesgeltend macht. Nur darin zeigt sich die königliche Gewalt über dieHerzoge erhaben, daß unter Otto HI. Thüringen von Sachsen getrenntund mit der Markgrafschaft Meißen verbunden wird, und daß Heinrichder Zänker, der zweite der sächsischen Herzoge in Baiern, nachdem erunter Otto II. wegen Empörung sein Herzogthum verloren hat, dasselbenur mit Verlust von Kärnthen und den beiden italischen Marken wieder-