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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Das deutsche Reich bis zum Ende des elften Jahrhunderts. 195

vierten Aufstand in Sachsen zu erregen. Der Anschlag ward verrathen,die Rädelsführer enthauptet, und Heinrich in Ingelheim gefangen gesetzt.Doch im Jahre 942 erhielt der Gefangene in Frankfurt abermalige Ver-zeihung des Königs und wurde nach einigen Jahren, da Berthold gestor-ben war, zum Herzoge von Baieru erhoben, wo er fortan seinem Brudertreu blieb. Dem Herzoge Konrad gab Otto seine Tochter Liutgarde zurGemahlin und mit Herzog Hermanns Tochter Jda vermählte er seinenSohn Ludolf, dem er nach Hermanns baldigem Tode dessen Herzogthumnebst den schwäbischen und fränkischen Gütern Hermanns verlieh. Sowaren ihm vier Herzogtümer durch die Treue nah verbundener Her-zoge gesichert. Das fünfte, sein eignes, übertrug er, um als König überden Herzogen zu stehen, dem tapfern und treuen Hermann Billung, deran der Spitze der Sachsen bisher gegen die Slaven gekämpft hatte.

6. Neben allen diesen inneren Kämpfen und zum Theil über ihreZeit hinaus zogen sich Kämpfe gegen die Slaven hin, in welchen vor-zugsweise Hermann Billung und der meißnische Markgraf Gero thätigwaren. Für das sorbische Gebiet, die Länder zwischen Elbe und Oder,begann theils während, theils in Folge derselben die kirchliche Einrich-tung. Es entstanden die Bisthümer Altenburg oder Oldenburg für dieObotriten, Zeiz, Merseburg, Meißen für die Sorben, Brandenburgund Havelberg für die Milzen und die ostwärts von ihnen wohnendenStämme. Sie wurden dem ebenfalls neu gegründeten ErzbisthumMagdeburg untergeordnet mit Ausnahme des obotritischen Bisthums,welches sich an das bremisch-hamburgische Bisthum als seine Metropoleanschloß. Zu den slavischen Unternehmungen gehört auch ein neuerKrieg gegen Böhmen. Hier war im Jahre 936 Wenceslaw durch sei-nen Bruder Boleslaw, der noch Heide war, erschlagen worden. Dieserhatte sich das Land unterworfen und dem deutschen Könige den von seinemVorgänger gezahlten Tribut verweigert. Bis zum Jahre 950 dauerteder Krieg gegen die Böhmen, Anfangs von Hermann Billung, dann vonOtto selbst geführt. Im eignen Lande oft besiegt, mußte sich Boleslawverpflichten, seine Feindschaft gegen das Christenthum aufzugeben, denTribut wieder zu zahlen und Kriegshülfe zu leisten. Bald darauf be-kehrte er sich selbst und blieb ein treuer Bundesgenosse Otto'ö gegen dienördlichen Slaven und die Madscharen, während er des Heidenthumsin seinem Lande nicht ganz Herr werden konnte und dessen völlige Besie-gung, sowie die kirchliche Einrichtung des Landes, die mit Einsetzungeines Bischofs in Prag als Suffraganen von Mainz begann, seinemgleichnamigen Sohne überlassen mußte. Nach 950 brachte die fortgesetzteBekämpfung aufständischer Slaven die Heere Otto's in den Odergegen-den auch in die erste Berührung mit dem slavischen Volke der Polen,unter welchen jüngst Mieczyslaw das von Piast vor mehreren Menschen-

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