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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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190 Das deutsche Reich bis zum Ende des elften Jahrhunderts.

mit dem alemannischen gleichzeitig war, das Einrücken eines westfränki-schen Heeres in Deutschland veranlaßte und mit dem Nachgeben desKönigs gegen den mächtigen Sachseicherzog endete. Zuletzt kam dieReche, bekriegt zu werden, an Herzog Arnulf von Baiern, dem schonunter der vorigen Negierung seinem Vater Liutpold, dem ersten bairischenHerzoge, nachzufolgen zngestandcn worden war. Er entwich zu denMadscharen, und wahrscheinlich von ihm aufgeregt, zogen Horden diesesVolkes, das schon oft bald in Norddcutschland, bald in Süddeutschlandeingebrochen war, durch Baiern, Alemannien und Lothringen, um mitreicher Beute heimzukehren. Das Ergebniß von Konrads Regierungist die neue Begründung des Reiches auf der Ostseite des Rheines.Die Befestigung desselben ward aber die Aufgabe seines Nachfolgers.Als Konrad nach dem bairischen Kriege im Jahre 918 starb, ermahnteer seinen Bruder Eberhard, dem Herzog Heinrich von Sachsen dieNachfolge in der königlichen Herrschaft nicht streitig zu machen. Da-durch bewahrte er das Reich vor verderblichem Kampf zwischen Frankenund Sachsen und wirkte zur Erhebung des Mannes, der den schwierigenVerhältnissen gewachsen war.

4. Abermals waren es die Franken und die Sachsen, die demReiche seinen König gaben. Nachdem Eberhard an Heinrich die Zeichender Herrschaft, Lanze und Krone, überbracht, kam auf sein Betreibeneine Versammlung zu Fritzlar im Chattcnlande oder in Hessen, also auffränkischer Erde, zu Stande, die den Herzog Heinrich zum Könige er-klärte. Bei der Erhebung des Sachsen wurde der Vorrang des fränki-schen Stammes dadurch anerkannt, daß der Herzog vorher in das Rechtder Franken aufgenommen, also gewissermaßen erst zu einem Frankengemacht wurde. Er selbst war bei der Wahl nicht zugegen, und dieBoten, die ihm seine Erhebung meldeten, sollen ihn am Vogelherde ge-troffen haben, wodurch man den Beinamen des Finklers erklärt. Nocheinmal mußte sich der König mit Waffengewalt in den beiden südlichenHerzogthümern Anerkennung verschaffen. Die Herzoge Burkard undArnulf, von denen der erstere einen Sieg über den König Rudolf II.von Hochburgund erfochten hatte, der letztere nach Konrads Tod mitder Absicht, sich eine unabhängige Stellung zu verschaffen, zurückgekehrtwar, wurden durch das Erscheinen Heinrichs zu Vergleichen genöthigt,in welchen ihnen für ihre Unterwerfung eine Mitwirkung bei der Er-nennung der Bischöfe in ihren Ländern zugesichert wurde. Daraufwurde das Reich durch Wiedererwerbuug Lothringens erweitert. Ne-ginars Sohn Giselbert schien sein kleineres Reich zwischen den beidengrößeren dadurch unabhängig machen zu wollen, daß er sich abwechselnddem einen entzog und dem andern anschloß. Als die Westfranken nocheinmal den Stamm der Karolinger verlassen und des burgundischen Her-