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Das Karolingische Reich.
nach Italien. Hier trat ihm Karlmann mit Erfolg entgegen, er begabsich nach seinem Reiche zurück und starb jenseits des Berges Cenisius.Karlmann behauptete sich in Italien, der Papst floh, von der deutschenPartei gedrängt, zur See nach dem westfränkischen Reiche, wo alsKarls des Kahlen Nachfolger schon vor seinem letzten Feldzüge dessenSohn Ludwig der Stammler anerkannt worden war, der nicht die Machtbesaß, in die italischen Angelegenheiten einzugreifen. Karlmann kehrteim Jahre 879 aus Italien zurück und übertrug seine Ansprüche Karldem Dicken. Mit diesem versöhnte sich der Papst und ertheilte ihm inNom die Kaiserkrone.
18. Karl der Dicke sollte, wenn er auch durch Vorzüge des Geistesnicht dazu berufen war, noch einmal für kurze Zeit fast das ganze ReichKarls des Großen vereinigen, damit die Unmöglichkeit seiner Verbindungum so deutlicher würde, und eine entscheidende Trennung entstände. Imostfränkischen Reiche wählten nach Karlmanns Tode im Jahre 880 dieBajoaren dessen Bruder Ludwig zu ihrem Könige, und da dieser nochim nämlichen Jahre, ohne Söhne zu hinterlassen, starb, war Karl derDicke Herr des ganzen Reiches. In einer abgesonderten Stellung ver-blieb nur ein unehelicher Sohn Karlmanns, Arnulf, als Herzog vonKarantanien oder Kärnthen, das er schon unter seinem Vater verwaltethatte. Nicht lange darauf fiel Karl dem Dicken auch die Krone deswcstfränkischen Reiches zu, nachdem von demselben ein Theil als beson-deres Reich sich losgeriffen hatte. Auf Ludwig den Stammler warenseine Söhne Ludwig III. und Karlmann gefolgt, von denen KarlmannAquitanien und Burgund, Ludwig das nördliche Reich übernahm. IhrRegierungsantritt ist durch den Verlust des westfränkischen Antheils vonLothringen bezeichnet. Denn da eine ihnen feindliche Partei gegen sieLudwig, den König des nördlichen Theils vom ostfränkischen Reiche, in'sLand gerufen hatte, ließ dieser sich durch Abtretung jenes Landstricheszur Rückkehr bewegen. Um dieselbe Zeit entstand im Südosten Galliensaus einem Theile des ehemaligen burgundischen Reiches ein neues Reich.Dort, wo einst der dritte Sohn des Kaisers Lothar geherrscht hatte,war die Macht des westfränkischen Königs sehr wenig fühlbar geworden,und wenn, wie wahrscheinlich, ein Theil des Landes gemäß der zwischenKaiser Ludwig II. und König Lothar erfolgten Theilung auch nach demVertrage von Meersen bei Italien geblieben war, so hatte auch vondort aus keine ordnende Hand gewirkt. Das Bcdürfniß nach Ordnungaber bewog die Bischöfe des Landes, selbstständig der herrenlosen Zeitein Ende zu machen. Eine Anzahl derselben, unter welchen die Erz-bischöfe von Arelate, Aquä, Vienna, Tarantasia und Lugdunum, versam-melten sich im Jahre 879 zu Mantalia bei Vienna und übertrugen demBoso die Regierung des Landes, worauf ihn zu Lugdunum der dortige