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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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DaS Karolingische Reich.

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Erzbischof zum Könige krönte. Das neue Königreich, Provineia oderBurgund genannt, behauptete sich gegen die vereinigten Angriffe derbeiden westfränkischen Könige und Karls des Dicken, der damals nurKönig von Alemannien war. Die beiden westfränkischen Könige starbenbald, Ludwig, nachdem er im Jahre 881 bei Sathnlenrtis in der Ge-gend der oberen Schelde einen Sieg über die Normannen erfochtenhatte, im Jahre 882, und Karlmann im Jahre 884. Da ihr Bruder-Karl noch ein Kind war, übertrugen die Großen des Landes dem nun-mehrigen Kaiser Karl, der zur Abwehr der Noth als Kaiser berufenund als König von Ostfranken befähigt schien, die Herrschaft. So re-gierte Karl ein Reich, welchem, um dem Reiche Karls des Großen anUmfang gleichzukommen, außer Kärnthen, dem neuburgundischen Reicheund den longobardischen Herzogthümern des mittleren und südlichenItaliens die unter Karl dem Kahlen allmälig abgelöste spanische Markfehlte. Karl war aber nur dem Namen nach der Regent dieses Reiches,dessen Größe und dessen schwierige Verhältnisse seine Unfähigkeit offenbarmachten. Im westfränkischen Reiche täuschte er die Hoffnung, daß erHülfe gegen die Normannen bringen würde. Während diese Feindeseit dem Jahre 885 Parisii belagerten, zog er zwar im Jahre 880 mitgroßer Heeresmacht heran, erkaufte aber ihren Abzug durch Geld.Seine Schwäche mußte ehrgeizige und unternehmende Männer zu Ver-suchen auf die Herrschaft reizen. Zuerst wendeten sich die Völker desostfränkischen Reiches von ihm ab, als Arnulf während eines Reichs-tages, der im Jahre 887 zu Tribur auf der rechten Nheinseite oberhalbMainz gehalten wurde, sich mit einem Heere von Bajoaren und Slavennäherte. Verlassen ergab sich Karl der Gnade des Gegners und er-hielt von diesem zu seinem Unterhalte Güter in Alemannien, wo er imJahre 888 starb. Im westfränkischen Reiche wurde jetzt in Compendiummit Uebergehung des noch lebenden Karolingers Karl, des dritten Soh-nes Ludwigs des Stammlers, Graf Odo von Parisii zum Könige ge-wählt, der sich gegen die Normannen ausgezeichnet hatte. Währenddieser neuen Auflösung des karolingischen Reiches entstand im Bereichedes ehemaligen Burgund ein zweites selbstständiges Reich, indem eindortiger Graf Rudolph, dessen Vater Konrad durch seine Mutter Adel-heid ein Enkel Ludwigs des Frommen war, im Jahre 888 von einerVersammlung geistlicher und weltlicher Herren zu St. Moritz an derRhone als König des nordöstlichen Theiles des alten burgundischenReiches anerkannt wurde. Dieses Reich, das im Gegensätze zu demvon Boso gestifteten niederburgundischen, wo im Jahre 887 auf Bososein Sohn Ludwig gefolgt war, das hochburgundische hieß, lag im Ostender Saucona zum Theil im Juragebirge, zum Theil im Osten desselben,weshalb cs auch von den Weftfranken das transjnranische Burgund im